"Reden wir über Geld": Niki Laudas Leben zum Lesen

Formel-1, Lauda Air, Kinder und Bankomaten. Krone-Journalistin Conny Bischofberger hat eine Autobiografie über Niki Lauda geschrieben.

BUCHPRAeSENTATION 'REDEN WIR UeBER GELD' VON NIKI LAUDA
BUCHPRAeSENTATION 'REDEN WIR UeBER GELD' VON NIKI LAUDA
APA (GEORG HOCHMUTH)

Ex-Formel-1-Pilot und Airliner Niki Lauda hat durch die Feder von Krone-Journalistin Conny Bischofberger ein Buch über Geld geschrieben - und damit eine kleine Autobiografie auf den Markt gebracht. Der Leser erfährt nicht nur viel über seine Beziehung zu Geld - "nur Zahlen, keine Scheine, keine Münzen, keine Emotion" - sondern auch über seine Familie und andere Menschen, die ihm nahestehen.

Lauda gibt sich in dem in Ich-Form geschriebenen Text als von Logik getriebenen, von Emotionen kaum berührter Kämpfer, der sich von Widerständen nicht abbringen lässt, seine Projekte zu verwirklichen. Bis ihm diese langweilig werden. Den ersten Ausstieg aus der Formel-1 im Jahr 1979 schildert Lauda als Spontanentscheidung beim ersten Trainingslauf mit einem neuen Boliden. Und auch den Verkauf seiner zweiten Fluglinie flyniki an Air Berlin stellt Lauda als Bauchentscheidungen dar. Dazu schreibt er: "Der Verkauf meiner Airline war nicht geplant, ich traf einfach die Entscheidung, im richtigen Moment loszulassen". Dafür sei es sein größter Fehler gewesen, dem Einstieg der AUA bei seiner ersten Fluglinie Lauda Air - die er nach Querelen schließlich der AUA zur Gänze verkaufte - zuzustimmen.

Absturz der Lauda Air

Seinen Unfall am 1. August 1976 schildert Lauda emotionslos. Danach war es für ihn offenbar keinen Gedanken wert, aufzuhören. Immerhin gesteht er ein, bei einer Trainingsfahrt nach dem Unfall vor lauter Angst nicht mehr fahrfähig gewesen zu sein, aber schon am nächsten Tag sei er dann das Rennen gefahren. Am ehesten emotional wird Lauda im Kapitel über den Absturz einer Maschine seines Unternehmens im Jahr 1991. Die Verantwortung für den Tod von 223 Menschen habe ihn an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht. Letztlich stellte sich heraus, dass sich die Schubumkehr im Flug eingeschaltet hatte und es ein Fehler von Boeing gewesen war. Das brachte Lauda die Rechtfertigung weiterzumachen.

So manches Geschäftliche beziffert Lauda. In der Formel 1 habe er in Summe 12 Millionen Euro verdient, für einen Vortrag verrechne er 60.000 Euro. Seine erste Lizenz für eine Bedarfsfluglinie kaufte er um 5 Mio. Schilling (363.364,17 Euro) vom Autohändler Hinteregger. Bei seinen Kapperl-Sponsoren und Werbeauftritten gibt es zwar keine Zahlen, aber in Summe machen solche Einnahmen 40 Prozent seiner Gesamteinnahmen aus, vermerkt Lauda, der nun zehn Prozent am Mercedes-Rennstall hält.

Lauda fährt nicht öffentlich

Das von Bischofsberger in flüssigen Hauptsätzen verfasste Buch findet Zeit für Schlenker ins Privatleben Laudas. Wie er seine erste Frau Marlene kennengelernt und geheiratet hat, wie ihm erst sein Bruder Florian, dann seine spätere zweite Ehefrau Birgit jeweils eine Niere gespendet haben, worüber seine sechsjährigen Zwillinge streiten und dass er einen 1981 geborenen unehelichen Sohn hat. Lauda räumt auch freimütig ein, dass er weder mit Bankomat noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln umgehen kann. Dass er seiner Großmutter mit der Ankündigung ein Grundstück zu kaufen, Geld für ein Auto herauslockte und dass sein Maturazeugnis gefälscht war, wird auch faktisch trocken festgehalten.

Auch erfährt der Leser, dass Lauda drei Mal pro Woche im Imperial um 26 Euro frühstückt und dann auf 30 Euro aufrundet, um keine Münzen herumtragen zu müssen. Im Do&Co seines Geschäftspartners Attila Dogudan kann er kostenlos essen. Lauda spielt offenbar gerne mit seinem Image als Geizhals, das auch in der Werbung ausgeschlachtet wird. Ohne diese Eigenschaft zu dementieren, stellt er soziales Engagement und Momente in denen er nicht aufs Geld schaut dieser Wahrnehmung entgegen.

In Summe ergibt sich eine nüchterne aber kurzweilige Erzählung seines Lebensweges, in der Lauda sich so wenig schönt wie seine Geschäftspartner. Viele Details gibt es für Sportfans, für Wirtschaftsinteressierte aber auch für Menschen, die über den privaten Andreas Nikolaus Lauda etwas erfahren wollen.

Buch

Niki Lauda mit Conny Bischofberger: "Reden wir über Geld", edition a, 201 Seiten, 21,90 Euro

(APA)

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