Fürs Auge

Bild der Woche

Die Welt in Bildern - in jeder "Schaufenster"-Ausgabe wird auf der Editorial-Seite ein visuelles Highlight vorgestellt.

Unter dem Titel „Empfindliches Gleichgewicht" zeigt das Museum Moderner Kunst Kärnten in Klagenfurt noch bis 20. Jänner Arbeiten von Iris Andraschek und Hubert Lobnig – sowohl gemeinsam umgesetzte Projekte wie auch autonome Arbeiten. Im Bild ein Werk ohne Titel aus Andrascheks 2017 entstandener Serie „Chongqing".

(c) Iris Andraschek, o.T., (aus der Serie CHONGQING), 2017

Pinselstrich. Fotografien aus vier Jahrzehnten der gebürtigen Französin Marielle Warin, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Sarah Moon, zeigen noch bis Anfang Jänner 2019 die Armani Silos in Mailand. Die Französin startete ihre Karriere als Model und wechselte später auf die andere Seite des Kameraobjektivs. Ihre weich verschwommenen Aufnahmen wirken fast wie gemalt. In den Siebzigern prägte sie die Ästhetik von Marken wie Cacharel. Die Ausstellung in Mailand kuratierte die Künstlerin selbst.

(c) Sarah Moon

Ab 16. 11. widmet die Wiener Secession der estnischen Künstlerin Kris Lemsalu eine Einzelausstellung. In ihren eigenen Arbeiten ist Lemsalu oft selbst zu sehen, ebenso wie in den von Maria Ziegelböck fotografierten Motiven des aktuellen Mühlbauer-Lookbooks: Klaus Mühlbauer lud sie ein, Gastkünstlerin dieser Saison zu sein.

(c) Maria Ziegelboeck

Mass und Ziel. Die Qualität der Manufakturerzeugnisse von Wellendorff ist ganz und gar außergewöhnlich. Liebhaber der Marke schätzen etwa die feine, aus Gold gedrehte Kordel oder die geschmeidig drehbaren Ringe. Am 16. und 17. November gewährt in der Boutique in der Wiener Innenstadt (Graben 14, 1010 Wien) ein Goldschmiedemeister während des Manufakturtags Einblick in diese hohe Handwerkskunst.

Anmeldungen erbeten unter Tel. (01) 532 12 44 oder per E-Mail an: wien@wellendorff.com

(c) Beigestellt

Das Victoria and Albert Museum eröffnete zuletzt sein neues Photography Centre. Präsentiert werden Beispiele aus allen Abschnitten der Fotografiegeschichte. Für die Eröffnungsausstellung orderte man Auftragsarbeiten von Thomas Ruff. Auch zu sehen: Aufnahmen von Linda McCartney (Bild), eine Schenkung ihres Gatten Paul.

(c) Copyright Paul McCartney/Photographer Linda McCartney

Fisch. So spielt man Kaufmanns­laden, wenn man ein windgekämmtes Nordseeküstenkind ist: mit seiner eigenen kleinen Fish-&-Chips-Bude samt Eingangstür, Verkaufspult und Markise. Hergestellt wird das Häuschen, in dem sich schon früh das Verkaufstalent erproben lässt, aus alten Werbebannern. Nächtens lässt sich darin auch Spielzeug regensicher verstauen. Entworfen wurde „Frietkot" vom niederländischen Label Humade, spezialisiert auf DIY-Produkte mit Nachhaltigkeitsfokus. humade.nl

(c) Beigestellt

Bis ins Jahr 1970 reicht der Bildband „Annie Leibovitz: The Early Years" (Taschen Verlag) zurück. Er versammelt Bilder der damals 21-jährigen Fotografin und deckt den Zeitraum bis 1983 ab. Viele ihrer Fotoreportagen sind interessante Zeitdokumente, auch ein prominentes Bodybuilder-Hinterteil mit Österreichbezug ist zu sehen.

(c) Annie Leibovitz

Webseite. Die Arbeit der deutsch-amerikanischen Textilkünstlerin Anni Albers, einflussreiches Mitglied des Bauhauses, ist derzeit und noch bis Jänner 2019 Gegenstand einer Retrospektive in der Tate Modern in London. Albers revolutionierte Technik und Anmutung dieser Kunstsparte, in die sie als Frau mangels Alternativen anfangs gedrängt wurde. Die Albers-Schau nahm Modedesigner Paul Smith, schon seit Langem bekennender Albers-Fan, zum Anlass, ihr eine ­limitierte Kollektion zu widmen.

(c) Cleo Clover

In künstliche Paradieswelten entführt das Grazer Künstlerhaus: „Artificial Paradise? Immersion in Raum und Zeit" zeigt Mittel und Wege, in die Untiefen von Bildwelten einzutauchen. Oben: „White Dog" von Olga Fedorova. Bis 29. 11., www.km-k.at

(c) Courtesy Annka Kultys Gallery/London

Atelierbesuch. Während in dieser Ausgabe anderswo der Unterschied zwischen „Capsule Collection" und „Capsule Wardrobe" erörtert wird, kündigt die österreichische Modemarke Airfield die Lancierung ihrer ersten limitierten Kapselkollektion an. Ab Anfang November sind die mit besonderem Aufwand gefertigten Stücke erhältlich. Die Fertigung erfolgt in den Airfield-Ateliers in Seewalchen, man verarbeitet edlere Materialien wie Kaschmir und Seide, kombiniert mit charakteristischem Jersey.

(c) Beigestellt

Es handelt sich hierbei nicht um eine Aufnahme der ersten von Menschen erbauten Mondstation, sondern um die Nationalbibliothek in Pristina. Erkundbar vor Ort oder als Teil der Ausstellung „Toward a Concrete Utopia. Architecture in Yugoslavia 1948–1980" im New Yorker Museum of Modern Art. Bis 13. 1. 2019, www.moma.org

(c) Valentin Jeck, commissioned by The Museum of Modern Art, 2016

Gastauftritt. Seit Mitte der Neunzigerjahre kann die interessierte Öffentlichkeit die „Style-Evolution" von Justin Timberlake mitverfolgen. Mittlerweile ist aus dem Disney-Kid und Boyband-Star ein 37-jähriger Familienvater geworden, der gut und gern als Vorbild für stilvolle Spätmillennials gelten darf. Für Levi’s entwarf der Popstar nun eine aus 20 aktualisierten Klassikern der Denim-Marke bestehende Kollektion mit dem Namen „Fresh Leaves", die ab sofort weltweit erhältlich ist. Via www.levi.com

(c) Beigestellt

Die Albertina zeigt eine umfassende Auswahl von Bildern der 2009 verstorbenen New Yorker Fotografin Helen Levitt. Seit den 1930er-Jahren fotografierte sie das Treiben in den Straßen ihrer Stadt, manchmal auch Menschen in der U-Bahn. ­Zudem gilt sie als eine der Pionierinnen der New Color Photography. Ab 12.  10.

(c) NY 1973 /Film Documents LLC/Courtesy Galerie Thomas Zander,Köln

Klar strukturiert. Die niederländische Modefotografin Viviane Sassen ist bekannt für ihr Talent, menschliche Körper, Kleider und architektonische Formen zueinander in Beziehung zu setzen. Die Herbstkollektion des Labels COS fotografierte Sassen im Setting des Kivik Art Centre in Skåne in Südschweden. Dieser 2006 eröffnete Skulpturenpark ist zugleich eine Spielwiese für Architekturfreaks. Highlight ist ein Exemplar von „Venturo", dem 1971 von Matti Suuronen entworfenen Kunststoffpavillon.

(c) Viviane Sassen for COS

Sie läutet den Anfang vom Ende des Designjahres ein: Die Ausstellung „Designs of the Year" im Design Museum Londons versammelt alles, was in Produktdesign, Mobilität, Architektur, Grafik und Mode bemerkenswert war. So auch die Nike-Dressen des nigerianischen Fußballnationalteams, die ein neues Lebensgefühl ausdrücken sollen. Die Ausstellung ist bis 6. Jänner zu sehen, www.designmuseum.org

 

(c) Beigestellt

Wohnlich. Wohnzimmerfeeling wollte Stardesignerin India Mahdavi dem Tod’s-Flagshipstore an der ­Sloane Street in London verleihen. Schon seit Jahren seien sie und Tod’s-Chef Diego Della Valle im Gespräch gewesen, vor Kurzem wurde das Projekt fertiggestellt. Mahdavi-Fans ­haben neben dem von ihr gestalteten ­Instagram-Hotspot „The Gallery at Sketch" nun also eine neue Fotosafari-Adresse zu erkunden. Mögliches Souvenir: die von Mahdavi für Tod’s gestalteten „Gommino"-Taschen.

(c) Leandro Farina

Fokusbezirk Neubau. Die Posamentierer sind lange im sechsten Wiener Bezirk verwurzelt. Vor lauter Samt und Seide wurde ein Grätzel auch „Brillantengrund" genannt. Auch im Hotel am Brillantengrund macht die Vienna Design Week diesmal Station. Wie auch in zahlreichen Betrieben von Neubau. Für das Format „Passionswege" haben sich Laurids Gallée und der Wiener Traditionsbetrieb ­
M. Maurer sprichwörtlich verbandelt.

Ausstellung bis 6. 10. in der Kandlgasse 20.

 

(c) Vanessa Lindenau/Vienna Design Week

Als Shootingstar der internationalen Fotografieszene gilt die junge Österreicherin Stefanie Moshammer. Von C/O Berlin, dem Fotomuseum der deutschen Hauptstadt, wurde sie 2018 mit dem „Talent Award“ geehrt. Die daraus resultierende Ausstellung „Not Just Your Face Honey“ schließt an diesem Wochenende. co-berlin.org

(c) Stefanie Moshammer

Querschnitt. Muss man beim Aufschlecken des groß abgebildeten ­Tellers weinen? Von einer überdimensionierten Zwiebel, einem Paradeiser, einer Zitrone und einer (womöglich sogar unterdimensionierten) Wassermelone essen kann man dank des italienischen Malers Pierfrancesco Solimene, der diese gemütserhellende Tellerserie des Sovrappensiero Design Studio namens „Mediterraneo frutta“ gestaltet hat. Außerdem erhältlich, aber nicht im Bild: Orange und Granat­apfel. Über: artemest.com

(c) Beigestellt

Politische Krisen und Wendepunkte in der Fotografie: Diesem Thema widmet sich die Ausstellung „In the Still of the Night“ im Fotohof Salzburg (noch bis 29. September). In der Serie „Wüstungen“ dokumentieren etwa Anne Heinlein und Göran Gnaudschun deutsche Orte, deren Bewohner umgesiedelt und die „gewüstet“ wurden.

(c) Göran Gnaudschun / Anne Heinlein

Stimmungsvoll. Seit 2013 entwirft Rani Bageria Mode und hat sich nach und nach einen ausgezeichneten ­Namen in der kleinen Wiener Avant­gardemodeszene gemacht. Besonders geschätzt werden von Freundinnen ihres Labels die auffälligen Schuhe. Eben diese Bageria-Boots stehen nun im Mittelpunkt einer Kooperation mit dem Schweizer Familienunternehmen En Soie: Die 1894 gegründete Modemarke legt das Stiefelmodell in drei Samtvarianten auf, ab Oktober via www.ensoie.com

(c) Beigestellt

Aus allerlei Bildmaterial-Versatzstücken hat die Schweizer Künstlerin Klaudia Schifferle ihre zwischen 2011 und 2016 entstandenen „152 Paperdolls“ ­zusammengesetzt; die meisten von ihnen sind auf eine verschrobene Weise chic. Versammelt sind sie nun im Bildband gleichen Titels, erschienen in der Edition Patrick Frey

(c) Edition Patrick Frey, 2018 / ProLitteris

An der Südbahn. Ob Alessandro Michele wohl bei einer Zugfahrt von Wien nach Italien auf den Semmering, das Südbahnhotel und das Kurhaus aufmerksam wurde? Jedenfalls ließ der Gucci-Kreativchef seine Herbstkampagne vor den Toren Wiens fotografieren und inszenierte die phasenweise beinah „kostümige“ Kollektion im (noch verschneiten) alpinen Setting. Da Michele kein Freund des Minimalismus ist, wurden die Räume, in denen man fotografierte, mit unzähligen Deko-Objekten verschönert.

(c) Beigestellt

Von a bis z. Seit 2001 gilt die Kreativschmiede M/M Paris als ausgezeichnete Adresse für Alphabetgestaltung. Auch Madonna turnte dereinst auf Anweisung des Designerduos Mathias Augustyniak und Michael Amzalag in Buchstabenposen für ihr „American Life“-Albumbooklet. Im Frühling gestalteten sie 26 Letter-Illustrationen für Miuccia Pradas Zweitlinie Miu Miu, die diese nun in einer Kapselkollektion aufgreift. Im Mittelpunkt stehen hier wenig überraschend die Buchstaben M, I und U.

(c) Beigestellt

Das Gefühl von Sommerfrische und weitem Wasser weht einem förmlich entgegen beim Umblättern der Seiten von Armin Walchers opulentem Bildband „Zeit-los in Bewegung. Im Ausseerland“ (Benevento). In 30 Porträts, flankiert von schönen Landschaftsaufnahmen, zeichnet der Fotograf ein Bild von seinem Heimatland.

(c) Armin Walcher

Zünftig. Zwei Haupt-, zwei Zwischen-, zwei Haute-Couture-Kollektionen: Das lastet einen nimmermüden Designer wie Karl Lagerfeld ­natürlich nicht aus, weshalb von ­Chanel nun auch eine „Coco Neige“- und „Coco Beach“-Kollektion lanciert ­werden. Ab August denkt in der Mode ­natürlich niemand mehr an den Strand, darum kommt demnächst die Schneemode in die Boutiquen – mit alpinen Zitaten, wie in diesem Look. Vorgeführt übrigens vom neuen ­Chanel-Testimonial Margot Robbie.

(c) Karl Lagerfeld

Er gilt als Vorläufer der Selfie-Fotografie: Jean Pigozzi, Sohn des Gründers der Automarke Simca, fotografiert sich seit den Siebzigerjahren mit Celebritys. In der Villa der Familie am Cap d’Antibes steigen seit vielen Jahren legendäre Sommerpartys. Pigozzis Fotos sind nun in der Galerie Immagis in München zu sehen, www.immagis.com

(c) Jean Pigozzi

Schwimm-Shopping. Es muss nicht immer der Chanel-Pop-up-Store in Saint-Tropez sein (wobei  .  .  .). Modeaffine Badenixen werden auch in Bad Vöslau auf der Suche nach limitierten Kollektionsteilen fündig: Die „Thermalbad Vöslau Kollektion“ des Sommers 2018 entwarf die in Wien ansässige, auf feine Loungewear spezialisierte Designerin Praline Le Moult. Die gestreifte leichte Baumwolljacke etwa macht sich beim Streifen durch den Kabanenwald ebenso gut wie an Deck einer mediterranen Jacht.

(c) Beigestellt

Einen Roadtrip der besonderen Art offeriert die erweiterte Neuauflage des erstmals vor 40 Jahren erschienenen Bildbands „California Crazy“. Kulturanthropologe Jim Heimann präsentiert auffällige Beispiele der „roadside architecture“ an der Westküste und macht Lust auf die nächste kunterbunte USA-Reise (Taschen-Verlag).

(c) Jim Heimann Collection/Taschen

Wahres „Eye Candy“ für alle Berlin-Besucher und -Liebhaber ist die Ausstellung „Made in Berlin“: Modefotografien mit Ortsbezug von H. C. Gundlach (Foto oben: „Après-Ski auf der Avus“, 1956), Andreas Bitesnich, Ellen von Unwerth, Anton Corbijn und anderen gibt es zu sehen. Bis 25. August in der Galerie Camera Work Berlin.

(c) F. C. Gundlach/Courtesy Camera Work

Adolf Loos galt als ausgesprochener Fotografieskeptiker. Martin Gerlach jun. stellte sich also keine einfache Aufgabe, als er Bauten des Architekten für eine Monografie ablichten sollte. Wie er vorging, um Loos’ komplexe Raumpläne zu visualisieren, zeigt eine Ausstellung des Photoinstituts Bonartes noch bis 10. 8., www.bonartes.org

(c) Albertina Wien

Eine Retrospektive widmet WestLicht in Wien ab 29. Mai dem Schaffen von Vivian Maier: Das Werk der Street-Fotografin wurde 2009 von einem Sammler zufällig bei einer Zwangsauktion entdeckt. Maier, die im selben Jahr verstorben ist, hat ihren Ruhm nicht mehr erlebt. Parallel zeigt WestLicht neue Arbeiten von Stefanie Moshammer.

(c) Vivian Maier/©Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection and Howard Greenberg Gallery, NY

Es ist vielleicht nicht die naheliegendste Kombination, aber das Thema „Food in ­Vogue“ wurde auf den Seiten des wichtigsten Modemagazins der Welt doch so umfangreich behandelt, dass es nun einen schönen Bildband (Abrams Books) füllt. Irving Penn ist mit seinen „Aphrodisiacs“ (1998) ja schon recht nah an der Luxuswelt.

(c) The Irving Penn Foundation

Der beinahe wissenschaftlich genauen Fotografie von Jochen Lempert (Jahrgang 1958 und studierter Biologe) widmet das Kunsthaus Wien derzeit eine Ausstellung. Lempert untersucht und dokumentiert, verleiht dabei den abgelichteten Naturwesen einen poetischen und, ja, durchaus schmückenden Charakter. Bis 10. Juni.

(c) Jochen Lempert, Bildrecht 2018 / courtesy BQ Berlin, Projecte SD Barcelona

Dem städtischen Lebensraum als einem vielschichtigen Ganzen widmet das Museum Moderner Kunst Kärnten derzeit die Ausstellung „In die Stadt“. Porträtiert wird nicht eine konkrete Metropole, vielmehr zeigt man ein facettenreiches Panorama. Im Bild: „Huangpu X Shanghai“ von Gisela Erlacher. Bis 20.  5., www.mmkk.at

(c) Gisela Erlacher

Wer zu Hühnern ein differenzierteres Verhältnis pflegt, als sie bloß im nächsten Suppentopf schwimmen zu sehen, wird sich über das Buch „Literarische Hühner“ (Elisabeth Sandmann Verlag) freuen. Fotografin Beth Moon lichtete originelles Federvieh ab und, noch origineller, stellt den Fotos Texte der Weltliteratur gegenüber.

 

(c) Beth Moon/Sandmann Verlag

Das äußere Erscheinungsbild des Menschen – bis hin zu Haut und Haar – als eine kulturell wandelbare Erscheinung: Diesem Thema widmet das Wien-Museum die aussagekräftig betitelte Ausstellung „Mit Haut und Haar“ ab 19. April. In vier Kapiteln werden signifikante Aspekte beleuchtet, zu sehen gibt es etwa 500 Exponate.

(c) Wien Museum/Birgit u. Peter Kainz

Künstlerische Positionen, die die Figur der Hexe aus queer-feministischer Perspektive reflektieren, versammelt die Gruppenausstellung "Magic Circle" im Kunstraum Niederösterreich. Kuratiert wurde sie von Katharina Brandl und Daniela Brugger. Auch zu sehen: "Working Girl" von Johanna Braun. Bis 15. Mai, www.kunstraum.net

Johanna Braun

Wie schön sich Wim Wenders ausdrückt: "Eine Wolke will sofort eine Antwort haben." Darum hat der Regisseur den Himmel auch stets nur mit Polaroidkamera fotografiert und neuerdings mit dem Smartphone. Versammelt sind Wenders Schnappschüsse aus drei Jahrzehnten in "Sofortbilder".

Schirmer/Mosel Verlag

Aus der "So hätts gehen können"-Rubrik der (Bau-)Geschichte: 1937 zeigte die Zeitschrift "L'Informateur" diesen Entwurf für einen Bibliotheksneubau in Wien. Gestalt angenommen hat er freilich nicht, zu sehen ist das Kuriosum neben vielen anderen Exponaten in der ÖNB-Jubiläumsausstellung "Schatzkammer des Wissens".

Zentralbibliothek

Als „Ein-Mann-Manufaktur“ wird der in Lugano lebende Fotograf – oder treffender: Bildermacher – Christian Tagliavini in einem Text beschrieben. Und das trifft seinen Ansatz ausgezeichnet, denn Tagliavini fotografiert nicht nur, er gestaltet auch Kostüme, Dekor, baut ganze Bilderwelten. Noch bis 17. März widmet ihm Camera Work in Berlin eine Ausstellung, ein Bildband erschien im Verlag TeNeues.

(c) Tavagliani/teNeues

Chefsache. Keinen Director‘s Cut zwar, aber immerhin einen sogenannten Director‘s Choice zeigt die Wiener Albertina ab 7. März: Direktor Klaus Albrecht Schröder traf die Auswahl seiner persönlichen Lieblingsstücke aus der Fotosammlung des Museums (im Bild: „Taxi“ von Saul Leiter). www.albertina.at

(c) Saul Leitner/Albertina

Dinge, die berühren. Ein ebenso kurioses wie einfühlsames Buch haben Peter Coeln und Tarek Leitner mit „Hilde & Gretl“ (Brandstätter Verlag) vorgelegt. Mit Fotografien und Fundstücken wird die Lebensgeschichte der beiden Cousinen, denen ein später von Peter Coeln gekauftes Haus gehört hatte, nacherzählt. Was im Lauf zweier Leben an Dingen zusammenkommt, ist wunderbar berührend!

(c) Brandstätter Verlag

Land und Leute. Seit 2009 stattet der ukrainische Fotograf Anatoliy Babiychuk dem Ort Horaivka alljährlich einen Besuch ab. Die Bilder, die im Lauf der Jahre entstanden sind, sind nun in dem Band „Horaivka“ (Fotohof-Edition) erschienen.

(c) Anatoliy Babiychuk

Naturfantasien.

Noch bis 18. 2. ist im Kunsthaus Wien die Ausstellung „Visions of Nature“ zu sehen. Manchmal, wie in den Arbeiten von Vanja Bucan, muss man zweimal hinsehen, um das Miteinander von Mensch und Natur zu ergründen.

(c) Vanja Bucan

Team Moma.

Zuletzt war Maurizio Cattelan als Schöpfer der goldenen Toilette, die das Guggenheim Präsident Trump angeboten hat, im Gespräch. Mit Seletti schuf er zudem eine Kollektion witziger Schals für eingefleischte Kunstfans.

(c) MuseumsLeague/courtesy by Pierpaolo Ferrari

Schlussverkauf.

In einen Modeladen verwandelt die Künstlerin Ines Doujak den großen Saal des Linzer Lentos-Museums ab 2. Februar und zeigt in acht ­verschiedenen Pop-up-Stores ihre Eigenkreationen. Details auf: www.lentos.at

(c) Beigestellt

Augenfällig.

Die „Fashion Eye“-Buchreihe von Louis Vuitton versammelt Städteporträts berühmter Fotografen. Zu den letzten Neuzugängen zählt „New York“ mit Aufnahmen von Saul Leiter, der eng mit der Stadt assoziiert wird.

(c) Beigestellt

Im Detail.

Dass auf der Coca-Cola-Flasche von Santa Claus hier statt der Marke „Capitalism“ steht, ist charakteristisch für die Arbeit von Deborah Sengl: Der Störeffekt sitzt im Detail. Ein soeben im Verlag für moderne Kunst erschienenes Künstlerbuch versammelt einen Querschnitt von Sengls Werkserien, die seit 2009 entstanden sind: besinnliche Lesestunden garantiert!

(c) Beigestellt

Museumsreif.

Bis 16. Dezember waren in der Galerie Ostlicht Fotografien von Elizaveta Porodina zu sehen. Die, man kann es nicht anders sagen, Bildkünstlerin inszeniert auch für das "Schaufenster" mit großem Feingefühl Modewelten.

(c) Elizaveta Porodina

Ruhe bitte.

Die Stille hat viele Gesichter. In verlassenen Bauten ein unheimliches, in abgelegenen Landstrichen ein in sich ruhendes. Fotografin Gabriela Torres Ruiz stellt diese beiden in packenden Diptychen gegenüber (Hatje Cantz, „Silence“).

(c) Gabriela Torres Ruiz Berlin

WELTALLENDEGOTT.

Hier war er kein Weltstar, vielmehr ein Kartograph fremder Geisteszustände: David Bowie besuchte 1994 das Klinikum Gugging. Christine de Grancy hat den Tag fotografisch dokumentiert.

(c) Christine de Grancy, Courtesy Galerie Crone, Berlin Wien

Landmark.

Was die Pyramide von Ieoh Ming Pei für den
Louvre in Paris, ist die flache Kuppel aus 8000 überlappend angeordneten Sternen von Jean Nouvel für den Louvre Abu Dhabi, der soeben eröffnet hat.

(c) Mohamed Somji

Soziotop.

Leopold Hawelka, einen Teller auf einem Finger balancierend, Stefanie Sargnagel, Joachim Meyerhoff: Porträts aus dem Kaffeehaus enthält das Buch „Im Kaffeehaus. Gespräche. Fotografien“ von Sepp Dreissinger (Album).

(c) Sepp Dreissinger

Schmuck.

Eine Seeanemone? Eine exotische Frucht? Die Galerie Moha zeigt bei den Wiener Schmucktagen 2017 Arbeiten von Sam Tho Duong. Hier: Detail eines Colliers mit Süßwasserreiskornperlen. Programm: wienerschmucktage.at

(c) David Peters/courtesy Galerie Moha

Flechtwerk.

„Mann des Gewebes“ nannte ihn die „FAZ“: Dem deutschen Künstler Thomas Bayrle, einem gelernten Weber und Druckgrafiker, widmet das MAK die Ausstellung „Wenn etwas zu lang ist – mach es länger“.

(c) Beigestellt

Chronist Afrikas.

Er war einer der Großen der afrikanischen Fotografie und Chronist des Lebens der 1960er: Malick Sidibé, 1936 in Mali geboren, 2016 gestorben. Die Fondation Cartier zeigt die Solo-Schau „Mali Twist“.

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Stufenweise.

Die funktionierende soziale Durchmischung in Alt-Erlaa ist auch im Ausland bekannt. Die Ausstellung „Das Terrassenhaus. Ein Wiener Fetisch?“ im Architekturzentrum Wien beleuchtet dieses und andere Bauphänomene.

(c) Margherita Spiluttini/Architekturzentrum Wien

Botanik-Beautys.

„Den Kräutern zuhören“ wollte Kochbuchdesignerin Caz Hildebrand für ihr außergewöhnliches Buch „Herbarium“ (Dumont). Ihre Grafiken sind gleichsam deren Essenz. Etwa von Epazote, aztekisch für „Stinktierschweiß“.

(c) Beigestellt