Fürs Auge

Bild der Woche

Die Welt in Bildern - in jeder "Schaufenster"-Ausgabe wird auf der Editorial-Seite ein visuelles Highlight vorgestellt.

Der Frühling ist eine gute Saison für die Wiener Mode: Bald stehen wieder das Take Festival und die Austrian Fashion Awards an. Vom 14. bis 18. 5. findet das Festival im Sophienspital in Neubau statt. Kreativ- und Modeschaffende sind eingeladen, ihre Projekte auszustellen. Bis 18. 3. läuft die Bewerbungsfrist, www.take-festival.com

(c) Austrian Fashion Association/Elsa Okazaki

Familienbande. Das Motto, das sich Marc O’Polo für die aktuelle Saison auf die Fahnen – und auf die Sweatshirts! – geheftet hat, lautet zwar „Friends. All you need". Im Mittelpunkt der begleitenden Fotostrecke steht aber das deutsche Topmodel Anna Ewers mit ihren beiden Schwestern, Andrea und Antonia. Dieses Triple-A-Team setzt im Privat- und Familien­leben auf direkte Kommunikation. „Lieber direkt miteinander reden als Nachrichten schreiben" wird von ­ihnen als Devise beherzigt.

(c) Beigestellt

Mit einem „sechsten Sinn für Dinge" sei der Schweizer Fotograf Giorgio Wolfensberger ausgestattet gewesen, schreibt Herausgeber Urs Stahel in einem Begleitwort zu dem neuen Band „Foto Povera" (Edition Patrick Frey). Dieser versammelt Aufnahmen von Wolfensberger, die zum Großteil in seiner Wahlheimat Italien entstanden.

(c) G. Wolfensberger/Patrick Frey

Ehrengast. Über die Grenzen des Modeschaffens hinausgehen: Das ist ein großes Anliegen von Miuccia Prada, und mit dem Projekt „Prada Invites" wird es seit einigen Saisonen auf eine neue Ebene gehoben. Prada lädt Kreative – oft Produktdesigner oder Architekten – ein, ein Accessoire zu gestalten. Einer der Entwürfe für die Sommersaison stammt von Liz Diller, die zu den einflussreichsten Architektinnen (nicht nur) der USA zählt. Ihr Entwurf ist ab April in ausgesuchten Stores erhältlich.

(c) Beigestellt.

So kannten die Modewelt und auch die breite Öffentlichkeit Karl Lagerfeld: Der Designer, wie er nach einem Defilee den Schlussapplaus entgegennimmt. Im Jänner trat Lagerfeld bei Chanel schon nicht mehr vor seine unzähligen Fans und Freunde. Vergangenen Dienstag verstarb der Designer 85-jährig in Paris.

(c) REUTERS (Benoit Tessier)

Auf leisen Sohlen. Nach 145 Jahren ist es an der Zeit für eine kleine Revolution. In der Tat bedeutet die Lancierung einer eigenen Sneakers-Kollektion für das traditionsreiche und sehr auf klassisches Handwerk fokussierende Label Church’s einen echten Meilenstein. Soeben brachte man das Sportschuhmodell namens „CH873" (eine Anspielung auf das Gründungsjahr der Marke, 1873) in verschiedenen Ausführungen heraus und feierte dies mit einem in Londons Soho-Viertel gedrehten Kurzfilm.

(c) Videostill

In der Instagram-Ära ist es kaum mehr vorstellbar, aber einst war die Fotografie eine „Liebhaberei der Millionäre". In Wien praktizierten sie ihr kostspieliges Hobby im „Camera Club" (Bild von Arthur von Hübl), ab 22. Februar zeigt das Fotoinstitut Bonartes eine von Astrid Mahler kuratierte Ausstellung, www.bonartes.org

(c) Albertina/Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundeslehr- und -versuchsanstalt

Tragbare Kunst. Wie eng das von ihm gegründete Taschenlabel an seine Person geknüpft ist, stellt Philipp Bree mit dessen Namen klar: PB 0110, das sind seine Initialien und sein Geburtstag. Entsprechend nahe geht Bree auch die Kollektionserstellung: Das neu lancierte Modell eines Shoppers aus Seide mit Ledergriffen entpuppt sich als Kunstprojekt. Bilder, kreiert von Ayzit Bostan und Fabian Frinzel (hier: verhängte Ladenfronten in Bahrain), zieren die gesamte Stofffläche. Via shop.pb0110.de

(c) Beigestellt

Nicht nur in Gstaad hat die Kunst derzeit Hochsaison, auch im Engadin passiert viel Interessantes – das Meiste naheliegenderweise in St. Moritz. Ebenda fotografierte Werner Bischof 1948 diese „Girls", Teil der Schau „Winter in Swiss Photography", bis 21. 2. im Forum Paracelsus in St. Moritz, www.bildhalle.ch

(c) Werner Bischof Estate/Magnum Photos

Fest feiern. Seit seiner Gründung 1993 avancierte das Fotomuseum Winterthur zu einer der besten Adressen für Fotografie im deutschsprachigen Raum. Das 25-jährige Bestehen feierte man zuletzt mit einer großen Schau, für die 25 Freunde des Hauses eingeladen wurden, jeweils ihr Lieblingsbild zu küren. Die Direktorin ­Nadine Wietlisbach ergänzte diese Zusammenstellung um 26 Bilder, ­da­runter auch das augenzwinkernde  „A Woman Out Shopping with Her Pet Rabbit" von Joe Sternfeld.

(c) Joe Sternfeld

Dank Maria Grazia Chiuri, der Chefdesignerin des Hauses Dior, durfte die Modewelt während der Haute-Couture-Defilees ihr Herz für den Zirkus entdecken. Die in London beheimatete Truppe Mimbre, bei der nur Frauen auftreten, performte auf dem Laufsteg. „The Exploded Circus" heißt eine Eigenproduktion, siehe mimbre.co.uk

(c) Lina Johansson

Stilvermächtnis. Stilikone: Das Wort ist überstrapaziert und inflationär gebraucht, auf wenige Frauen trifft es aber so sehr zu wie auf Franca Sozzani. Die Ende 2016 verstorbene langjährige Chefredakteurin der italienischen „Vogue" prägte nicht nur die Mode und beeinflusste Designer, sie stand auch für eine eigenwillige Art des Modemagazinmachens. Ausgesuchte Kleidungsstücke aus ihrer Modesammlung werden ab 11. Februar auf Yoox.com verkauft. Der Erlös geht wohltätigen Zwecken zu.

(c) Franca Sozzani Private Collection

Fürwahr ein Fest für Fotofreunde: Die Three-Women-Show „MAG" in der Wiener ­Galerie Westlicht. Der Titel steht für die Initialen von Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin (Bild), deren unverwechselbare Positionen die Fotografie des 20. Jahrhunderts prägten. Noch bis 24. März ist die Schau in der Galerie Westlicht zu sehen.

(c) Nan Goldin

Grundriss. Das Bauhaus-Gedenkjahr sollte ein gutes für das 2014 gegründete Berliner Modelabel Brachmann werden: Die reduzierte und klare Formensprache der Kollektionen ist nämlich ausdrücklich von jener des Bauhauses inspiriert. Verantwortlich für das Design zeichnet Jennifer Brachmann, die die Damen- und Herrenmodelle entwirft und selbst sowohl ein Mode- wie auch ein Architekturstudium absolvierte. Der Showroom befindet sich in Berlin Charlottenburg, siehe auch www.brachmannofficial.com

(c) Sebastian Donath

Noch bis 27. 1. zeigt das Taxispalais Kunsthalle Tirol die Ausstellung „Sex". Zu sehen ist etwa die Installation „Mastur Bar" von Fabiana Faleiros. Am 18. 1. findet eine „Sex Diskussion" mit Eva Laquièze-Waniek und Elisabeth von Samsonow statt. Am 25. 1. sprechen Ashley Hans Scheirl und Em Schwarzwald vor Publikum, taxispalais.art

(c) Günter Kresser/Courtesy Fabiana Faleiros

Einkehrschwung. Um Virgil Abloh ist auch 2019 in der internationalen Modeszene nicht herumzukommen: Als Männermodedesigner von Louis Vuitton residiert er im Olymp des Pariser Luxus, und seine eigene Marke Off White gehört weiterhin zu den beliebtesten Indie-Labels. In Kooperation mit Mytheresa.com hat Abloh nun eine limitiert erhältliche Kollektion aus pistenkompatiblen Teilen herausgebracht. Endlich können auch eingefleischte Fashionistas auf ihre Art ­sagen: „In die Berg’ bin i gern."

(c) Beigestellt

So malerisch wie in der berühmten Szene am Trevi-Brunnen in Fellinis „La Dolce Vita“ mit Anita Ekberg und Marcello Mastroianni ist es in Roms Altstadt in Zeiten des Massentourismus leider nicht einmal nachts.

Alternativprogramm: die Ausstellung „Marcello Mastroianni“ im Museo dell’Ara Pacis. Bis 17. Februar, www.arapacis.it. 

(c) Cineteca Bologna Reporters/Associati e Archivi

Sie waren ein Traumpaar der Modewelt: Model Kate Moss und Fotograf Mario ­Sorrenti, die sich in den frühen Neunzigerjahren liebten und nie aufgehört haben zusammenzuarbeiten. Fünfzig bislang nie gezeigte Aufnahmen aus dieser Zeit versammelt nun ein schöner Bildband in eigener Klappbox, bei Phaidon erschienen.

(c) Mario Sorrenti/Phaidon Verlag

Formenvielfalt. In der Mode kann man ja leicht einmal den Zeitbegriff verlieren: Dass es den Taschenklassiker „Peekaboo" von Fendi erst seit zehn Jahren gibt, mag aber doch überraschen. Um dies zu feiern, lud man fünf Künstler ein, eine von Silvia Venturini Fendi eigens kreierte weiße Baumwollversion zu gestalten. Der New Yorker Designer Chris Wolston entschied sich für eine besonders expressive Farben- und Formenvielfalt. Erstmals präsentiert wurde das Projekt auf der Design-Miami-Messe.

(c) David Sierra

Dem seit 1974 existierenden Verein Camera Austria mit eigener Kunsthalle und Zeitschrift widmet das Museum der Moderne Salzburg derzeit eine große Ausstellung. Man zeigt 37 fotografische Positionen von Fotografen (im Bild: Christian Wachter), gegliedert in acht thematische Kapitel. Bis 3. März 2019.

(c) Christian Wachter/Bildrecht Wien

Kuscheltiere. Wie sich nun offenbart, pflegt die Modemarke Miu Miu ein besonderes Naheverhältnis zu ­diversen Miezekatzen der Popkultur. Diese innige Beziehung zelebriert man nun, rechtzeitig für die Weihnachtspullisaison, mit einer kleinen Knitwear-Kollektion. Schauspielstar Elle Fanning wurde als Model verpflichtet (sie war zuletzt auch auf dem „Catwalk" der Marke zu sehen) und macht sich ausgezeichnet in den drei Modellen. Im Bild posiert sie mit Snowball Two, Hauskatze der Simpsons.

(c) Beigestellt

„One Thousand and More Pictures" nennt sich ein von mehreren Fotografen ins ­Leben gerufenes Projekt: Interessierte können auf otamp.tictail.com Bilder von nicht entwickelten Filmen kaufen und so die Ausarbeitung finanzieren. Bis 13. 12. sind Motive von Anna Breit, Paul Pibernig (Bild), Theresa Wey und anderen vorbestellbar.

(c) Paul Pibernig

Sonnenbad. Es handelt sich, wie man so schön sagt, um einen „match made in heaven": Der für seine ­bewusst kitschigen Bilder bekannte Martin Parr, ein bekennender Trash-Liebäugler, fotografierte in Cannes für den Bildband „World. (The Price of Love)" im Auftrag von Gucci. Parr lichtete Models in Kleidung aus der aktuellen „Cruise"-Kollektion neben Passanten und Sonnenanbetern ab. Die Mischung ist typisch für Parr, zugleich passt sie ausgezeichnet zur Ästhetik der Kollektionen von Alessandro ­Michele. Das Buch, erschienen bei Idea, ist ab sofort erhältlich.

(c) Martin Parr

Das Jubiläumsjahr geht zur Neige, noch fragen das Lentos-, das Nordico-Museum und die Landesgalerie in Linz aber „Wer war 1968?", um den Veränderungswillen der Zeit Revue passieren zu lassen. In ihrer Serie „House Beautiful: Bringing the War Home" (im Bild) thematisierte Martha Rosler damals etwa den Vietnam-Krieg.

(c) Galerie Nagel Draxler Berlin/Köln

Würfelspiel. Vor zehn Jahren lancierte Max Mara eine im praktischen Würfelformat verpackte Daunenjacke. Heute genießt „The Cube" vielerorts Kultstatus, und um den runden Geburtstag standesgemäß zu begehen, lud die Marke bekannte Fotografen zur Zusammenarbeit ein. Die Niederländerin Hellen van Meene, seit den frühen Neunzigern bekannt für ihre – oft quadratischen – Bildnisse von Teenagern, inszenierte ihren Beitrag mit einer Sensibilität, die an den Gemälden von Vermeer geschult ist.

(c) Hellen van Meene

Unter dem Titel „Empfindliches Gleichgewicht" zeigt das Museum Moderner Kunst Kärnten in Klagenfurt noch bis 20. Jänner Arbeiten von Iris Andraschek und Hubert Lobnig – sowohl gemeinsam umgesetzte Projekte wie auch autonome Arbeiten. Im Bild ein Werk ohne Titel aus Andrascheks 2017 entstandener Serie „Chongqing".

(c) Iris Andraschek, o.T., (aus der Serie CHONGQING), 2017

Pinselstrich. Fotografien aus vier Jahrzehnten der gebürtigen Französin Marielle Warin, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Sarah Moon, zeigen noch bis Anfang Jänner 2019 die Armani Silos in Mailand. Die Französin startete ihre Karriere als Model und wechselte später auf die andere Seite des Kameraobjektivs. Ihre weich verschwommenen Aufnahmen wirken fast wie gemalt. In den Siebzigern prägte sie die Ästhetik von Marken wie Cacharel. Die Ausstellung in Mailand kuratierte die Künstlerin selbst.

(c) Sarah Moon

Ab 16. 11. widmet die Wiener Secession der estnischen Künstlerin Kris Lemsalu eine Einzelausstellung. In ihren eigenen Arbeiten ist Lemsalu oft selbst zu sehen, ebenso wie in den von Maria Ziegelböck fotografierten Motiven des aktuellen Mühlbauer-Lookbooks: Klaus Mühlbauer lud sie ein, Gastkünstlerin dieser Saison zu sein.

(c) Maria Ziegelboeck

Mass und Ziel. Die Qualität der Manufakturerzeugnisse von Wellendorff ist ganz und gar außergewöhnlich. Liebhaber der Marke schätzen etwa die feine, aus Gold gedrehte Kordel oder die geschmeidig drehbaren Ringe. Am 16. und 17. November gewährt in der Boutique in der Wiener Innenstadt (Graben 14, 1010 Wien) ein Goldschmiedemeister während des Manufakturtags Einblick in diese hohe Handwerkskunst.

Anmeldungen erbeten unter Tel. (01) 532 12 44 oder per E-Mail an: wien@wellendorff.com

(c) Beigestellt

Das Victoria and Albert Museum eröffnete zuletzt sein neues Photography Centre. Präsentiert werden Beispiele aus allen Abschnitten der Fotografiegeschichte. Für die Eröffnungsausstellung orderte man Auftragsarbeiten von Thomas Ruff. Auch zu sehen: Aufnahmen von Linda McCartney (Bild), eine Schenkung ihres Gatten Paul.

(c) Copyright Paul McCartney/Photographer Linda McCartney

Fisch. So spielt man Kaufmanns­laden, wenn man ein windgekämmtes Nordseeküstenkind ist: mit seiner eigenen kleinen Fish-&-Chips-Bude samt Eingangstür, Verkaufspult und Markise. Hergestellt wird das Häuschen, in dem sich schon früh das Verkaufstalent erproben lässt, aus alten Werbebannern. Nächtens lässt sich darin auch Spielzeug regensicher verstauen. Entworfen wurde „Frietkot" vom niederländischen Label Humade, spezialisiert auf DIY-Produkte mit Nachhaltigkeitsfokus. humade.nl

(c) Beigestellt

Bis ins Jahr 1970 reicht der Bildband „Annie Leibovitz: The Early Years" (Taschen Verlag) zurück. Er versammelt Bilder der damals 21-jährigen Fotografin und deckt den Zeitraum bis 1983 ab. Viele ihrer Fotoreportagen sind interessante Zeitdokumente, auch ein prominentes Bodybuilder-Hinterteil mit Österreichbezug ist zu sehen.

(c) Annie Leibovitz

Webseite. Die Arbeit der deutsch-amerikanischen Textilkünstlerin Anni Albers, einflussreiches Mitglied des Bauhauses, ist derzeit und noch bis Jänner 2019 Gegenstand einer Retrospektive in der Tate Modern in London. Albers revolutionierte Technik und Anmutung dieser Kunstsparte, in die sie als Frau mangels Alternativen anfangs gedrängt wurde. Die Albers-Schau nahm Modedesigner Paul Smith, schon seit Langem bekennender Albers-Fan, zum Anlass, ihr eine ­limitierte Kollektion zu widmen.

(c) Cleo Clover

In künstliche Paradieswelten entführt das Grazer Künstlerhaus: „Artificial Paradise? Immersion in Raum und Zeit" zeigt Mittel und Wege, in die Untiefen von Bildwelten einzutauchen. Oben: „White Dog" von Olga Fedorova. Bis 29. 11., www.km-k.at

(c) Courtesy Annka Kultys Gallery/London

Atelierbesuch. Während in dieser Ausgabe anderswo der Unterschied zwischen „Capsule Collection" und „Capsule Wardrobe" erörtert wird, kündigt die österreichische Modemarke Airfield die Lancierung ihrer ersten limitierten Kapselkollektion an. Ab Anfang November sind die mit besonderem Aufwand gefertigten Stücke erhältlich. Die Fertigung erfolgt in den Airfield-Ateliers in Seewalchen, man verarbeitet edlere Materialien wie Kaschmir und Seide, kombiniert mit charakteristischem Jersey.

(c) Beigestellt

Es handelt sich hierbei nicht um eine Aufnahme der ersten von Menschen erbauten Mondstation, sondern um die Nationalbibliothek in Pristina. Erkundbar vor Ort oder als Teil der Ausstellung „Toward a Concrete Utopia. Architecture in Yugoslavia 1948–1980" im New Yorker Museum of Modern Art. Bis 13. 1. 2019, www.moma.org

(c) Valentin Jeck, commissioned by The Museum of Modern Art, 2016

Gastauftritt. Seit Mitte der Neunzigerjahre kann die interessierte Öffentlichkeit die „Style-Evolution" von Justin Timberlake mitverfolgen. Mittlerweile ist aus dem Disney-Kid und Boyband-Star ein 37-jähriger Familienvater geworden, der gut und gern als Vorbild für stilvolle Spätmillennials gelten darf. Für Levi’s entwarf der Popstar nun eine aus 20 aktualisierten Klassikern der Denim-Marke bestehende Kollektion mit dem Namen „Fresh Leaves", die ab sofort weltweit erhältlich ist. Via www.levi.com

(c) Beigestellt

Die Albertina zeigt eine umfassende Auswahl von Bildern der 2009 verstorbenen New Yorker Fotografin Helen Levitt. Seit den 1930er-Jahren fotografierte sie das Treiben in den Straßen ihrer Stadt, manchmal auch Menschen in der U-Bahn. ­Zudem gilt sie als eine der Pionierinnen der New Color Photography. Ab 12.  10.

(c) NY 1973 /Film Documents LLC/Courtesy Galerie Thomas Zander,Köln

Klar strukturiert. Die niederländische Modefotografin Viviane Sassen ist bekannt für ihr Talent, menschliche Körper, Kleider und architektonische Formen zueinander in Beziehung zu setzen. Die Herbstkollektion des Labels COS fotografierte Sassen im Setting des Kivik Art Centre in Skåne in Südschweden. Dieser 2006 eröffnete Skulpturenpark ist zugleich eine Spielwiese für Architekturfreaks. Highlight ist ein Exemplar von „Venturo", dem 1971 von Matti Suuronen entworfenen Kunststoffpavillon.

(c) Viviane Sassen for COS

Sie läutet den Anfang vom Ende des Designjahres ein: Die Ausstellung „Designs of the Year" im Design Museum Londons versammelt alles, was in Produktdesign, Mobilität, Architektur, Grafik und Mode bemerkenswert war. So auch die Nike-Dressen des nigerianischen Fußballnationalteams, die ein neues Lebensgefühl ausdrücken sollen. Die Ausstellung ist bis 6. Jänner zu sehen, www.designmuseum.org

 

(c) Beigestellt

Wohnlich. Wohnzimmerfeeling wollte Stardesignerin India Mahdavi dem Tod’s-Flagshipstore an der ­Sloane Street in London verleihen. Schon seit Jahren seien sie und Tod’s-Chef Diego Della Valle im Gespräch gewesen, vor Kurzem wurde das Projekt fertiggestellt. Mahdavi-Fans ­haben neben dem von ihr gestalteten ­Instagram-Hotspot „The Gallery at Sketch" nun also eine neue Fotosafari-Adresse zu erkunden. Mögliches Souvenir: die von Mahdavi für Tod’s gestalteten „Gommino"-Taschen.

(c) Leandro Farina

Fokusbezirk Neubau. Die Posamentierer sind lange im sechsten Wiener Bezirk verwurzelt. Vor lauter Samt und Seide wurde ein Grätzel auch „Brillantengrund" genannt. Auch im Hotel am Brillantengrund macht die Vienna Design Week diesmal Station. Wie auch in zahlreichen Betrieben von Neubau. Für das Format „Passionswege" haben sich Laurids Gallée und der Wiener Traditionsbetrieb ­
M. Maurer sprichwörtlich verbandelt.

Ausstellung bis 6. 10. in der Kandlgasse 20.

 

(c) Vanessa Lindenau/Vienna Design Week

Als Shootingstar der internationalen Fotografieszene gilt die junge Österreicherin Stefanie Moshammer. Von C/O Berlin, dem Fotomuseum der deutschen Hauptstadt, wurde sie 2018 mit dem „Talent Award“ geehrt. Die daraus resultierende Ausstellung „Not Just Your Face Honey“ schließt an diesem Wochenende. co-berlin.org

(c) Stefanie Moshammer

Querschnitt. Muss man beim Aufschlecken des groß abgebildeten ­Tellers weinen? Von einer überdimensionierten Zwiebel, einem Paradeiser, einer Zitrone und einer (womöglich sogar unterdimensionierten) Wassermelone essen kann man dank des italienischen Malers Pierfrancesco Solimene, der diese gemütserhellende Tellerserie des Sovrappensiero Design Studio namens „Mediterraneo frutta“ gestaltet hat. Außerdem erhältlich, aber nicht im Bild: Orange und Granat­apfel. Über: artemest.com

(c) Beigestellt

Politische Krisen und Wendepunkte in der Fotografie: Diesem Thema widmet sich die Ausstellung „In the Still of the Night“ im Fotohof Salzburg (noch bis 29. September). In der Serie „Wüstungen“ dokumentieren etwa Anne Heinlein und Göran Gnaudschun deutsche Orte, deren Bewohner umgesiedelt und die „gewüstet“ wurden.

(c) Göran Gnaudschun / Anne Heinlein

Stimmungsvoll. Seit 2013 entwirft Rani Bageria Mode und hat sich nach und nach einen ausgezeichneten ­Namen in der kleinen Wiener Avant­gardemodeszene gemacht. Besonders geschätzt werden von Freundinnen ihres Labels die auffälligen Schuhe. Eben diese Bageria-Boots stehen nun im Mittelpunkt einer Kooperation mit dem Schweizer Familienunternehmen En Soie: Die 1894 gegründete Modemarke legt das Stiefelmodell in drei Samtvarianten auf, ab Oktober via www.ensoie.com

(c) Beigestellt

Aus allerlei Bildmaterial-Versatzstücken hat die Schweizer Künstlerin Klaudia Schifferle ihre zwischen 2011 und 2016 entstandenen „152 Paperdolls“ ­zusammengesetzt; die meisten von ihnen sind auf eine verschrobene Weise chic. Versammelt sind sie nun im Bildband gleichen Titels, erschienen in der Edition Patrick Frey

(c) Edition Patrick Frey, 2018 / ProLitteris

An der Südbahn. Ob Alessandro Michele wohl bei einer Zugfahrt von Wien nach Italien auf den Semmering, das Südbahnhotel und das Kurhaus aufmerksam wurde? Jedenfalls ließ der Gucci-Kreativchef seine Herbstkampagne vor den Toren Wiens fotografieren und inszenierte die phasenweise beinah „kostümige“ Kollektion im (noch verschneiten) alpinen Setting. Da Michele kein Freund des Minimalismus ist, wurden die Räume, in denen man fotografierte, mit unzähligen Deko-Objekten verschönert.

(c) Beigestellt

Von a bis z. Seit 2001 gilt die Kreativschmiede M/M Paris als ausgezeichnete Adresse für Alphabetgestaltung. Auch Madonna turnte dereinst auf Anweisung des Designerduos Mathias Augustyniak und Michael Amzalag in Buchstabenposen für ihr „American Life“-Albumbooklet. Im Frühling gestalteten sie 26 Letter-Illustrationen für Miuccia Pradas Zweitlinie Miu Miu, die diese nun in einer Kapselkollektion aufgreift. Im Mittelpunkt stehen hier wenig überraschend die Buchstaben M, I und U.

(c) Beigestellt

Das Gefühl von Sommerfrische und weitem Wasser weht einem förmlich entgegen beim Umblättern der Seiten von Armin Walchers opulentem Bildband „Zeit-los in Bewegung. Im Ausseerland“ (Benevento). In 30 Porträts, flankiert von schönen Landschaftsaufnahmen, zeichnet der Fotograf ein Bild von seinem Heimatland.

(c) Armin Walcher

Zünftig. Zwei Haupt-, zwei Zwischen-, zwei Haute-Couture-Kollektionen: Das lastet einen nimmermüden Designer wie Karl Lagerfeld ­natürlich nicht aus, weshalb von ­Chanel nun auch eine „Coco Neige“- und „Coco Beach“-Kollektion lanciert ­werden. Ab August denkt in der Mode ­natürlich niemand mehr an den Strand, darum kommt demnächst die Schneemode in die Boutiquen – mit alpinen Zitaten, wie in diesem Look. Vorgeführt übrigens vom neuen ­Chanel-Testimonial Margot Robbie.

(c) Karl Lagerfeld

Er gilt als Vorläufer der Selfie-Fotografie: Jean Pigozzi, Sohn des Gründers der Automarke Simca, fotografiert sich seit den Siebzigerjahren mit Celebritys. In der Villa der Familie am Cap d’Antibes steigen seit vielen Jahren legendäre Sommerpartys. Pigozzis Fotos sind nun in der Galerie Immagis in München zu sehen, www.immagis.com

(c) Jean Pigozzi

Schwimm-Shopping. Es muss nicht immer der Chanel-Pop-up-Store in Saint-Tropez sein (wobei  .  .  .). Modeaffine Badenixen werden auch in Bad Vöslau auf der Suche nach limitierten Kollektionsteilen fündig: Die „Thermalbad Vöslau Kollektion“ des Sommers 2018 entwarf die in Wien ansässige, auf feine Loungewear spezialisierte Designerin Praline Le Moult. Die gestreifte leichte Baumwolljacke etwa macht sich beim Streifen durch den Kabanenwald ebenso gut wie an Deck einer mediterranen Jacht.

(c) Beigestellt

Einen Roadtrip der besonderen Art offeriert die erweiterte Neuauflage des erstmals vor 40 Jahren erschienenen Bildbands „California Crazy“. Kulturanthropologe Jim Heimann präsentiert auffällige Beispiele der „roadside architecture“ an der Westküste und macht Lust auf die nächste kunterbunte USA-Reise (Taschen-Verlag).

(c) Jim Heimann Collection/Taschen

Wahres „Eye Candy“ für alle Berlin-Besucher und -Liebhaber ist die Ausstellung „Made in Berlin“: Modefotografien mit Ortsbezug von H. C. Gundlach (Foto oben: „Après-Ski auf der Avus“, 1956), Andreas Bitesnich, Ellen von Unwerth, Anton Corbijn und anderen gibt es zu sehen. Bis 25. August in der Galerie Camera Work Berlin.

(c) F. C. Gundlach/Courtesy Camera Work

Adolf Loos galt als ausgesprochener Fotografieskeptiker. Martin Gerlach jun. stellte sich also keine einfache Aufgabe, als er Bauten des Architekten für eine Monografie ablichten sollte. Wie er vorging, um Loos’ komplexe Raumpläne zu visualisieren, zeigt eine Ausstellung des Photoinstituts Bonartes noch bis 10. 8., www.bonartes.org

(c) Albertina Wien