Eiskunstlauf: Von Engeln und Eisenstangen

breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Dass Eiskunstlauf ein Sport für harte Mädchen ist, wissen wir seit Tonya Harding. Ihre Geschichte - ihre Sprungkraft, die selbst genähten Kleider, ihre Urmutter der Eismütter, Nancys Knie und der Showdown in Lillehammer - werden ab 22. März im Kino neu aufgerollt.

Neon
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Das ist sie: Tonya Harding (1993 in einer tiefen Waage). Ihr Geständnis, tatsächlich etwas von der Attacke auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan gewusst zu haben, kam zu spät für den Film. In einer zweistündigen Dokumentation des US-Senders ABC gestand sie im Jänner: "Es muss so ein, zwei Monate vorher gewesen sein. Ich wusste, dass da etwas lief. Ich habe gehört, wie sie darüber geredet haben."

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Kerrigan (hinten) und Harding führten 1991 bis 1994 einen Nahkampf auf und neben den Podesten. Sie wechselten einander mit Bronze und Silber ab, Olympisches Gold oder den Weltmeistertitel verpassten beide. Während Harding technisch gesehen das größere Talent war, brachte Kerrigan Grazie aufs Eis. Der Konkurrenzkampf zwischen beiden wurde vom Publikum laut mitverfolgt: Buhs gab es für die "Eishexe" (Harding), Applaus für die schöne "Cindarella".

 

 

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Vor den US-Meisterschaften 1994 kam es zum Eklat. Hardings damaliger Ehemann Jeff Gillooly heuerte einen Schläger an, der Kerrigan mit einer Eisenstange am Knie verletzen sollte, um ihren Olympiastart zu verhindern. Kameras waren in der Nähe, Bilder der weinenden Kerrigan gingen um die Welt. Währenddessen holte sich ihre Rivalin den Titel. Sieben Wochen später drehte sich die Geschichte.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Bei den Olympischen Spielen in Lillehammer gewann die genesene Nancy Kerrigan dann überraschend die Silbermedaille hinter Oksana Bajul. Harding hatte ein Problem mit einem Schuh, unterbrach ihre Kür, startete ein zweites Mal und wurde am Ende nur achte. Wenig später zog sich das Netz der Ermittlungen rund um ihren Mann zu. Sie selbst musste wegen Behinderung der Ermittlungen Sozialarbeit leisten und eine hohe Geldstrafe zahlen.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Nach dem Eisenstangen-Fall wurde Harding vom Verband der US-Eiskunstläufer lebenslang gesperrt. Später versuchte sie sich als Boxerin und Eishockey-Spielerin. Kerrigan blieb dem Sport noch eine Weile als Profi treu, an Wettbewerben nahm sie nach Lillehammer nicht mehr teil.

Der Film "I, Tonya" von Craig Gillespie ist auch ein schöner Anlass, um sich an die großen Läuferinnen des Sports zu erinnern, die ohne öffentlich gepflegte Feindschaften Erfolg am Eis hatten.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Madge Syers-Cave war die erste Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Eiskunstlauf. Sie startete im Einzel- und im Paarlauf, hier ist sie mit ihrem Ehemann bei den Olympischen Spielen 1908 im Bild.

Wikipedia (gemeinfrei)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

In den Anfangsjahren des Eiskunstlaufs trugen die Läuferinnen noch ihre Alltagskleider.

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Die Kostüme folgten der Mode der Zeit.

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Die Eiskönigin aus Norwegen in einem dekorativen Sprung: Sonja Henie. Sie war es auch, die als erste Läuferin auf kurze Röcke umsattelte.

 

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Mit drei Olympiasiegen, zehn Weltmeisterschaftstiteln und sechs Europameisterschaftstiteln (von 1927 bis 1936) ist Henie die mit Abstand erfolgreichste Einzelläuferin in der Geschichte des Sports.

 

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Hier sieht man die Kanadierin Barbara Ann Scott, sie gewann 1947 und 1948 alles was es zu gewinnen gab.

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Tenley Albright 1955 bei einer Meisterschaft in Wien. Die Amerikanerin ist die Olympiasiegerin von 1956 und die Weltmeisterin von 1953 und 1955. 

 

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Mit der Strickweste beim Training. Carol Heiss (sie zeigt hier einen hübschen Mond) ist die Olympiasiegerin von 1960 und die Weltmeisterin von 1956 bis 1960. 

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Hier trainiert die in Indien geborene Britin Jeanette Altwegg 1962 in St. Moritz. Sie ist die Olympiasiegerin von 1952, die Weltmeisterin von 1951 und die Europameisterin von 1951 und 1952. 

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Trixi Schuba (links) mit der West-Deutschen Eileen Zillmer 1971 in Zürich im Duett. Die Wienerin Schuba ist die Olympiasiegerin von 1972, die Weltmeisterin von 1971 und 1972 und die Europameisterin von 1971 und 1972. Sie ist Österreichs Sportler des Jahres 1972.

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Bei den Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck ist die Niederländerin Sjoukje Dijkstra mit Gold in der Tasche abgereist. Sie zeigt im Bild eine von vielen Varianten der Himmelspirouette.

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Es ist übrigens kein Sport für Späteinsteiger. Eiskunstlauf ist technisch sehr anspruchsvoll, mit drei oder vier Jahren beginnen die meisten Läufer zu trainieren.

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Die mehrfache Weltmeisterin und Doppel-Olympiasiegerin Katharina Witt hat mit fünf Jahren zum ersten Mal eine nebelige Eishalle in der ehemaligen DDR betreten. Ihre größte Rivalin hieß übrigens Debi Thomas. Sie wohnt mittlerweile in einem Wohnwagen und hat ihre Zulassung als Ärztin verloren, heißt es.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Oksana Bajuls glorreichster Moment wurde von der Seifenoper Harding/Kerrigan überschattet. Als das damals 16-jährige ukrainische Waisenkind mit einer wunderbar getanzten Kür 1994 Olympisches Gold gewinnt und den gehypten amerikanischen Engel (Kerrigan) auf Platz zwei verweist, reden danach trotzdem alle über die Eisenstange.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

2002, Salt Lake City. Sarah Hughes gewann Gold. Sie war die zweite Olympiasiegerin im Eiskunstlauf der Damen, die zuvor nie Weltmeisterin gewesen war und es auch danach nicht wurde. Hughes beendete bereits ein Jahr nach ihrem größten Triumph ihre Wettkampfkarriere.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Sie hielt sich länger im kalten Rampenlicht. Die quirlige Amerikanerin Tara Lipinski war mit 14 Jahren die jüngste US-amerikanische Meisterin wie auch die jüngste Weltmeisterin. 1998 holte sie dann auch olympisches Gold vor Michelle Kwan und ging als jüngste Eiskunstlaufolympiasiegerin in die Geschichte ein. Seit 2002 wechselte sie vom Profi-Sport in die Schauspielerei.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Dieser rote Engel kam Lipsinki heuer besonders nahe. Alina Sagitowa sicherte sich eine Goldmedaille in Pyeongchang mit nur 15 Jahren. Sie setzte sich gegen ihre größte Konkurrentin und Trainingspartnerin Jewgenia Medwedewa durch, die davor seit 2015 keinen Wettbewerb mehr verloren hatte.

Reuters