"Ich bin keine Nostalgikerin": 80 Jahre Claudia Cardinale

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Als Inbegriff mediterraner Schönheit wurde Claudia Cardinale in den 60er-Jahren eine der begehrtesten Frauen der Welt. Am 15. April wird die Italienerin mit der markanten Stimme 80 Jahre alt.

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Vor dem runden Geburtstag fürchtet sich die Schauspielerin nicht: "Ich bin keine Nostalgikerin und lebe nicht von Erinnerungen, sondern nur in der Gegenwart. Ich denke nicht an die vergehenden Jahre, denn - so unglaublich es auch ist - ich arbeite noch. Normalerweise wird eine Schauspielerin mit 60 Jahren einfach weggeworfen".

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Die 1938 von sizilianischen Eltern in Tunis geborene Cardinale gewann 1957 einen Schönheitswettbewerb und damit eine Reise zu den Filmfestspielen in Venedig.

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Dort begann ihr kometenhafter Aufstieg in der Welt der Schönen und Reichen. Sie zog nach Rom und begann ein Studium an der Filmakademie

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"Ich wollte nicht Schauspielerin, sondern Forscherin werden, doch mein Vater hat insistiert. In der Filmakademie sagte man über mich:'Das ist ja eine Araberin!'. Ich bin wütend weggegangen, doch dann hat man mich gerade wegen meines Temperaments zurückgerufen", erinnert sich die Diva.

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Ihr Leinwanddebüt hatte sie in dem Film "Goha" (1958) an der Seite von Omar Sharif (hier im Profil). Ihre erste Rolle spielte sie wenig später in Mario Monicellis "I soliti ignoti" (Diebe haben es schwer) an der Seite von Stars wie Vittorio Gassman und Toto.

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Cardinales späterer Ehemann, der Produzent Franco Cristaldi, nahm ihre Karriere in die Hand. Schon bald wurde die brünette Südländerin mit Filmangeboten überhäuft.

 

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1960 besetzte sie Luchino Visconti in einer Nebenrolle im klassischen Sozialdrama "Rocco und seine Brüder" (im Bild). In dem Abenteuerfilm "Cartouche, der Bandit", spielte Cardinale 1962 die Geliebte des Titelhelden Jean-Paul Belmondo. 1963 trat sie in mehreren großen Filmklassikern auf. Viele andere legendäre Filmemacher wählten die Italienerin als Protagonistin für ihre Werke.

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So spielte "La Cardinale" in Federico Fellinis "8 1/2", in Werner Herzogs "Fitzcarraldo" an der Seite von Klaus Kinski, und zusammen mit Peter Sellers in Blake Edwards legendärem Streifen "Der rosarote Panther" (im Bild).

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Ihre durchdringenden dunklen Augen, ihre Eleganz und Klasse waren die "Markenzeichen", die Claudia Cardinale zum italienischen Gegenpol französischer Schönheiten wie Brigitte Bardot und Jeanne Moreau machten. Unvergesslich bleibt sie mit Alain Delon in Luchino Viscontis Historien-Epos "Der Leopard" (im Bild).

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"1963 war für mich ein magisches Jahr. Ich drehte gleichzeitig 'Der Leopard' und '8 1⁄2'. Visconti wollte mich am Set dunkelhaarig, Fellini blond. Alle zwei Wochen wechselte ich die Haarfarbe", erinnert sich die Diva zurück. Aus dieser Zeit ist ihr die gute Freundschaft mit Alain Delon (Bildmitte)geblieben. "Delon ist ein Nostalgiker. Er akzeptiert nicht die Zeit, die vergeht", sagt Cardinale über die französische Filmikone.

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Ab 1963 spielte Cardinale fast ausschließlich Hauptrollen, so auch 1968 in Sergio Leones epischem Westernklassiker "Spiel mir das Lied vom Tod" (im Bild). 1964 verbuchte sie mit der Rolle der Toni Alfredo in dem US-amerikanischen Film "Circus-Welt" einen internationalen Erfolg.

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In der Italowestern-Komödie "Petroleummiezen" (im Bild) war sie 1971 an der Seite des französischen Sexsymbols Brigitte Bardot zu sehen. 1981 übernahm sie in Werner Herzogs "Fitzcarraldo" die Rolle der Geliebten des exzentrischen von Klaus Kinski gespielten Titelhelden. Mit Tobias Moretti spielte sie in dem TV-Vierteiler "Mia, Liebe meines Lebens".

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Im Laufe ihrer Karriere hat Cardinale rund 100 Filme gedreht. Cardinale, die heute als eine zurückhaltende Frau ohne Starallüren meist in Paris lebt, ist weiterhin im Filmgeschäft aktiv.

Hier im Bild mit Gina Lollobrigida, 1967

(c) imago/Cinema Publishers Collecti (Roy Cummings)
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Nach der Ehe mit dem Produzenten Cristaldi von 1966 bis 1975 lebte Cardinale mit dem italienischen Regisseur Pasquale Squitieri zusammen, der für seine Italowestern und sozialkritischen Filme bekannt wurde. Mit dem im Februar 2017 verstorbenen Squitieri hat Cardinale eine Tochter.

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Ihr Sohn Patrick, heute ein Schmuckdesigner in New York, entstammt einer vorehelichen Beziehung der damals 18-Jährigen in Tunis; ihren eigenen Angaben zufolge handelte es sich um eine Vergewaltigung. Ihre Filmgesellschaft hatte sie über Jahre hinweg gezwungen, ihren Sohn zu verleugnen.

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Zuletzt ist sie in einer italienischen TV-Serie aufgetreten. In Neapel ist sie kürzlich erst im Theater San Carlo im Werk "La strana coppia" zu sehen, einer Hommage an ihren Lebensgefährten Squitieri. "Pasquale Squitieri war meine einzige, große Liebe. Ich bewunderte seine Intelligenz, seine Kultur und seinen Hauch von Verrücktheit, die ihm nicht fehlte. Für ihn habe ich gegen alle Frauen gekämpft, die ihn umringten und ich habe mich durchgesetzt", sagt die Diva.

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