Meghan Markle, "die Frau, die Diana immer sein wollte"

Modern, karrierebewusst, berechnend - Will sich Meghan Markle als "Prinzessin Diana 2.0" einen Namen machen?

Meghan Markle
Meghan Markle
Meghan Markle – Reuters

Seit im November die Verlobung von Prinz Harry mit Meghan Markle verkündet wurde, wird die US-Schauspielerin mit Harrys verstorbener Mutter Diana verglichen. Wie Lady Di ist Markle eine moderne Frau, die sich gegen Diskriminierung einsetzt und sozial engagiert. In einer neuen Biografie wird die Tochter einer afroamerikanischen Yoga-Lehrerin sogar als "Diana 2.0" bezeichnet.

Allerdings zeichnet der Autor, Diana-Biograf Andrew Morton, Markle auch als sehr karrierebewusst und berechnend. Sein Buch ist seit Donnerstag in Großbritannien auf dem Markt. "Meghan, A Hollywood Princess" (Meghan, Eine Hollywood-Prinzessin) ist also gerade rechtzeitig vor Harrys und Meghans Hochzeit am 19. Mai erschienen. Der Autor des Bestsellers "Diana - Ihre wahre Geschichte in ihren eigenen Worten" beschreibt darin, dass die heute 36-jährige Markle schon früh von Diana fasziniert gewesen sei.

Lady Diana
Lady Diana
Lady Diana – Imago

Nach Dianas tragischem Unfalltod 1997 habe Meghan unter Tränen die Beisetzung der Prinzessin im Fernsehen verfolgt und sich alte Videokassetten ihrer Hochzeit mit Prinz Charles angeschaut, schreibt Morton. Laut Freunden der Familie bewunderte Meghan Diana "nicht nur wegen ihres Stils, sondern wegen ihrer eigenständigen humanitären Mission als Vorbild". Ninaki Priddy, eine Freundin aus Kindertagen, erzählt in der Biografie, Meghan wolle "Prinzessin Diana 2.0 sein". Dafür bringt die US-Schauspielerin bereits einiges mit. Sie engagierte sich jahrelang für wohltätige Zwecke, etwa als Botschafterin der Hilfsorganisation World Vision oder als UN-Sonderbotschafterin für Frauenrechte.

Nach Einschätzung Mortons wird Markle nach ihrer Hochzeit mit Prinz Harry die britische Königsfamilie verändern. "Meghan und Harry werden ein Power-Paar sein", sagte er. "Zusammen können sie bedeutende Veränderungen hervorrufen." Harry und Meghan dürften als "deutlich engagierter" wahrgenommen werden als andere Paare der Königsfamilie. Das Duo werde die britische Monarchie im Commonwealth, vor allem in Afrika, repräsentieren.

Meghan Markle
Meghan Markle
Meghan Markle – Imago

"Ernst zu nehmende Menschen blicken jetzt in die Zukunft und denken, dass sich die Monarchie deutlich verändern wird", sagte Morton. "Sie sehen, dass die Zukunft von William, Harry, Catherine und Meghan geprägt werden wird." Meghan, die an der Northwestern University Theater und internationale Beziehungen studierte, werde "Teil der Fantastischen Vier sein".

Diplomatisches Geschick beim Repräsentieren - für Markle dürfte dies laut der Biografie kein Problem sein: Bei einem sechswöchigen Praktikum in der Presseabteilung der US-Botschaft in Argentinien machte sie ordentlich Eindruck. "Sie hatte alles, was man braucht, um eine erfolgreiche Diplomatin zu werden", sagt ihr damaliger Vorgesetzter Mark Krischik in Mortons neuem Buch. Dennoch entschied sich Markle für die Schauspielerei. Kurz nach ihrer Hochzeit mit dem US-Filmproduzenten Trevor Engelson kam 2011 mit der Rolle einer Anwaltsgehilfin in "Suits" der Durchbruch. Sie zog für die Rolle ins kanadische Toronto, mit Engelson führte sie eine Fernbeziehung.

 

Meghan Markle: Schauspielerin, Aktivistin und bald Prinzessin

Während Markle zum Serienstar aufgestiegen sei, habe sich Engelson wie "etwas, das an ihrer Schuhsohle klebt", gefühlt, zitiert Morton einen Freund. Ein anderer Freund berichtete demnach, Markle habe die Scheidung von Engelson 2013 erwirkt und ihm ihre Ringe mit der Post zurückgeschickt. Schon vor der Scheidung hatte Markle sich offenbar durch ihren Erfolg verändert. "Sie hatte keine Zeit mehr für Freunde, die sie schon seit Jahren kannte", schreibt Morton.

Der Biograf verurteilt Markles Ehrgeiz und Zielstrebigkeit jedoch nicht. In gewisser Hinsicht sei der erfahrene Medienprofi "die Frau, die Diana immer sein wollte", schreibt Morton. Während Diana als schüchterne 20-Jährige ins britische Königshaus einheiratete, blickt die 36-Jährige bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurück - die jetzt ihrer "Krönung" entgegenstrebt.

(APA/AFP)

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