Staatsanwalt ermittelt gegen Yoga-Studio

Die Justiz befasst sich bereits seit August mit Agama Yoga.

(c) APA/AFP/PAU BARRENA

Linz. Zuletzt veröffentlichte die „Presse am Sonntag“ Vorwürfe gegen den Leiter eines Linzer Yoga-Studios, der gegenüber seinen Klienten emotional und körperlich übergriffig geworden sein soll. Die Bundesstelle für Sektenfragen hat die Gruppe bereits auf dem Radar. Und nicht nur diese. Die Staatsanwaltschaft Linz ermittelt laut „Presse“-Informationen seit August 2018 im Fall des Studios. „Wir ermitteln aufgrund einer Anzeige, allerdings stammt diese nicht von Geschädigten“, erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz. Die Justiz kann auch aktiv werden, wenn in Zeitungsberichten Vorwürfe erhoben werden. Die Yogaschule in Linz und der Studioleiter wurden etwa im Zuge der Aufdeckungen rund um die weltweit agierenden Mutterschule Agama Yoga Thailand erwähnt. Ende Juli erhoben mehr als 30 Frauen in einem Online-Artikel Vorwürfe gegen den Guru von Agama Yoga Thailand, der Frauen genötigt, belästigt und missbraucht haben soll. Später kamen weitere mutmaßliche Opfer hinzu. Eine Frau zeigte eine Vergewaltigung an. Der Guru tauchte unter, mittlerweile ist er zurück in der Schule.

 

Sex als „Heilmittel“

In Linz passierte laut Aussagen von ehemaligen Schülern unter dem Deckmantel der „Spiritualität“ Ähnliches wie in Thailand. So wurden in der Schule neben Yoga auch Tantra-Kurse gegeben und -Lehren vermittelt. Sex wurde dort als Heilmittel propagiert, „eigentlich für alles“, erzählt eine Ex-Schülerin. „Es wurde uns gesagt, wir sollten mehr Sex mit mehreren Männern haben, und es sei gut, wenn wir mit den Agama-Lehrern, also tantrischen Männern, schlafen. Weil wir so zu mehr Weiblichkeit kämen und es gut für unsere spirituelle Entwicklung sei“, so eine Frau. Auch zwei Übergriffe bei Tantra-Massagen schildern Frauen. (win)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2018)

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