Neues Lokal: Auf einen Burger mit Falco

Susanne und Heinz Pollischansky widmen ihr neues Lokal dem Musiker Falco: Das Restaurant soll aber nicht nur Fans des Popstars ansprechen.

Susanne Pollischansky in ihrem neuen Lokal Falco's am Wiener Schwarzenbergplatz.
Susanne Pollischansky in ihrem neuen Lokal Falco's am Wiener Schwarzenbergplatz.
Susanne Pollischansky in ihrem neuen Lokal Falco's am Wiener Schwarzenbergplatz. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Nehmen Sie hoch das Bein/Treten Sie ein“ steht über der Eingangstür, darunter stark vergrößert die Unterschrift jenes Musikers, dem hier am Schwarzenbergplatz 3 nun ein Lokal gewidmet wurde. Genau, Falco. Die Textzeile über dem Eingang stammt, echte Fans wissen das, aus „Brillantin Brutal“, und wer jetzt immer noch Zweifel haben sollte, um wem es hier geht, dem blickt beim Betreten ein überdimensionales Porträt des 1998 verstorbenen Musikers entgegen.

Das Falco-Porträt ist das optische Highlight
Das Falco-Porträt ist das optische Highlight
Das Falco-Porträt ist das optische Highlight – Die Presse / Clemens Fabry
21 Jahre nach seinem Unfalltod in der Dominikanischen Republik hat Falco nun also in seiner Heimatstadt nicht etwa ein Museum, sondern ein Lokal bekommen. Wobei, sagt Gastronomin Susanne Pollischansky, es für echte Fans – die ersten Fangruppen waren schon da – des Musikers schon auch als eine Art Museum taugt: Die Wände sind von oben bis unten behängt mit eingerahmten alten Zeitungsartikeln über den Künstler („Rennbahn-Express“!), seinen fast unzählbar vielen goldenen Schallplatten. Dazu Unmengen an Fotos: Falco als Mozart in „Rock me Amadeus“. Falco bei Auftritten. Mit Franz Vranitzky, Niki Lauda, Rainhard Fendrich, beim Feiern seines 30ers mit Helmut Zilk.

Eine Art Hard Rock Café also – nur eben einem statt mehreren Musikern gewidmet. Die Idee dazu wurde an Susanne Pollischansky und ihren Mann Heinz – in Wien dank der Centimeter-Lokale und der Stiegl-Ambulanz im Alten AKH keine unbekannten Gastronomen – schon vor Jahren herangetragen von einem Freund, der in der Falco-Stiftung engagiert ist (die sich seit dem Tod von Falcos Mutter um den Nachlass des Künstlers kümmert). Der Plan geriet in Vergessenheit, bis den Pollischanskys die Räume am Schwarzenbergplatz, in denen früher ein Bierlokal betrieben wurde, angeboten wurden. „Die Lage hat uns gefallen, und die alte Idee ist wieder aufgekommen“, sagt Pollischansky.

Falco als Mozart in „Rock me Amadeus“
Falco als Mozart in „Rock me Amadeus“
Falco als Mozart in „Rock me Amadeus“ – Die Presse / Clemens Fabry
Ihr Mann habe dann ein Jahr lang die Falco-Erinnerungsstücke zusammengetragen. Hat Fotografen von früher kontaktiert, Falco-Fans angeschrieben. Viele der gezeigten Stücke sind Leihgaben der Falco-Stiftung, darunter die goldenen Schallplatten oder jene legendäre rote, an eine Uniform erinnernde Jacke, die Falco im Musikvideo zu „The Sound of Music“ und bei einigen Konzerten getragen hat.

Abgesehen von den einschlägig dekorierten Wänden ist Falco natürlich auch in der Musikauswahl präsent – jedes fünfte gespielte Lied stammt von ihm, da gehen sich bei den großzügigen Öffnungszeiten (8.30 Uhr bis Mitternacht) neben seinen bekannten Liedern wie „Jeanny“ oder „Der Kommissar“ auch unbekanntere Songs aus.

Falcos
Falcos
Falcos "Uniform" hinter einer Glasvitrine – Die Presse / Clemens Fabry
Sonst aber wollte man, sagt Pollischansky, das Thema Falco nicht überstrapazieren, will man doch nicht nur Fans und Touristen ansprechen, sondern das Falco's als Restaurant von Frühstück bis spätabends etablieren: Als Mittagslokal für die Büromenschen, abends für die Theater- und Konzertbesucher. Ein Teil des Lokals ist als Bar (Raucherbereich) konzipiert, der größere als Restaurant (Nichtraucher). Auf der Karte finden sich neben den derzeit obligatorischen Burgern auch Falcos Lieblingsspeisen: Wiener Schnitzel, das er vom Schwein bevorzugte, Apfelstrudel und Kaiserschmarren. Auch Falcos Liebe zu Whiskey lässt sich an der Bar teilen.

Ein wenig setzt man aber doch auch auf die echten Fans: So gibt es als Souvenir ein Falco-Bier zum Mitnehmen in eigens designter Flasche mit Falco-Schriftzug (19,90 Euro). Der Bar vorgelagert ist ein kleiner Merchandisingbereich, in dem es Kapperln, Falcos Sonnenbrille oder T-Shirts gibt.

AUF EINEN BLICK

„Falco's“ heißt das neue Lokal der Gastronomen Susanne und Heinz Pollischansky (u.a. „Centimeter“ und „Stiegl Ambulanz“) am Schwarzenbergplatz 3. Das Lokal ist dem Musiker gewidmet – an den Wänden finden sich seine goldenen Schallplatten, Fotos, Zeitungsaussschnitte etc. Geöffnet ist das Lokal täglich von 8.30 bis 24 Uhr, Fr und Sa bis ein Uhr früh. Durchgehend Küche bis Mitternacht. Tel: 01/ 710 70 66, in Kürze auch: www.falcos.wien

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2019)

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