Die Ich-Pleite: Softwarefehler

Dartitis ist eine wirklich unangenehme Krankheit.

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Gerade erst hat es den jungen Niederländer Berry van Peer getroffen, als er im Achtelfinale des Grand Slam of Darts gegen den Wiener Mensur Suljović verloren hat, weil seine rechte Hand plötzlich den Dartpfeil nicht mehr loslassen wollte. Schaut lustig aus, ist es aber nicht, wenn es einem selbst passiert. Dartitis, weiß die Neuropsychologie, ist ein „Softwarefehler“ des Gehirns, der auftreten kann, wenn man eine bestimmte Bewegung tausendfach wiederholt hat. Dann befindet das Gehirn offenbar eines Tages „Jetzt ist es aber genug!“ und schaltet den Spamfilter ein. So etwas passiert Dartspielern, Golfspielerinnen oder Pianisten und kann sie die berufliche Existenz kosten! Aber es fallen einem auch andere Bewegungen ein, die das Gehirn womöglich so nerven können, dass es den Ausknopf drückt. Denken Sie nur an den Tweet-Absetz-Zeigefinger! Wie sollte zum Beispiel der amerikanische Präsident weiter regieren, wenn ihm sein zweitwichtigstes Denkorgan den Dienst verweigerte? Ob eine so sanfte Bewegung wie die Merkel-Raute davon auch betroffen sein kann, weiß ich jetzt nicht. Das Schlimme ist ja – Achtung, Triggerwarnung für Hypochonder –, dass es im Grunde jeden treffen könnte! Wir alle machen Bewegungen, die auf Dauer krank machen! Denken Sie nur an den Handydaumen! Die Dartitis ist aber schlimmer. Sie kann einen das Lebensglück kosten. Fürchterliche Vorstellung, dass das Gehirn gerade in dem Moment die Wischbewegung blockiert, wenn man den idealen Partner auf Tinder gefunden hat. Bleibt abzuwarten, ob die WHO die Blockade der Wischbewegung in Zukunft als neurologisches Problem, als psychische Störung oder gleich als Geschlechtskrankheit klassifizieren wird.

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