Randerscheinung: Garderobenwechsel

Mein Kasten ist leer. Also nicht ganz, ein Dutzend labbrige Leiberln ist schon übrig.

(c) Carolina Frank

Der beginnende Frühling ist ja unter anderem auch Anlass zum Wechsel der Garderobe. Um endlich den Anorak, den man seit vier Monaten ununterbrochen anhatte (auch zum Skifahren und Rodeln) und echt nicht mehr sehen kann, zurück in den Kasten zu hängen. Und stattdessen die Übergangsjacke herauszuholen. Oder die langärmligen Wollleiberln gegen T-Shirts zu tauschen. Oder die bisserl dickere Jeans gegen die bisserl dünnere Jeans. Und vielleicht auf andere Turnschuhe zu wechseln. Sie sehen schon, ich beschäftige mich eh nicht gerade mit dem heißesten Prêt-à-porter-Scheiß. Doch als ich all das machen will, merke ich: Mein Kasten ist leer. Also nicht ganz, ein Dutzend labbrige Leiberln ist schon übrig, ein zu oft gewaschenes, raues Sweatshirt, Hosen, die nie wirklich angenehm waren, und die eine Jacke, die ich schon zweimal aus dem Sack für den Altkleidercontainer wieder herausgeholt habe.

Da ich nicht wüsste, dass bei uns eingebrochen worden ist, gibt es nur eine Erklärung: Die älteren Söhne waren es. Und wenn ich genauer darüber nachdenke: Natürlich, ein Teil meiner Garderobe ist über den Atlantik geflogen. Im emotionalen Ausnahmezustand vor der halbjährigen Trennung habe ich meinem Mittleren alles in den Koffer gepackt, was mir kleidungsmäßig lieb und teuer ist. Dazu kommt noch, dass der Älteste, wenn er zu Hause übernachtet, nicht jedes Mal extra etwas zum Wechseln mitnimmt. Wenn er aber zurück in seine Wohnung fährt, offenbar schon. Gut, ich gebe zu, das eine blaue T-Shirt, das ich besonders gern mag, gehört eigentlich nicht mir. Und das dunkelgrüne streng genommen auch nicht. Aber Bubenkleidung lässt sich eben nicht so leicht auseinanderhalten. Ich werde jedenfalls einkaufen müssen. Hoffentlich passt es den beiden dann auch.

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