Sommerferien

Bei uns zündet die Ferienrakete heuer mehrstufig und damit weniger druckvoll.

(c) Carolina Frank

Normalerweise ist heute ja ein großer Tag. Doch bei uns zündet die Ferienrakete heuer mehrstufig und damit weniger druckvoll. Der Älteste läuft schon seit zwei Wochen im Sommermodus, seine nächste Prüfung ist erst im Oktober. Allerdings ist das augenscheinlich gar nicht so einfach, wenn alle anderen noch im Prüfungsschlussstress stecken. Allein freihaben kann sehr schön (wie beim Schulschwänzen), aber auch ein bisserl deprimierend (wie beim Schulschwänzen) sein. Der Jüngste ist der Einzige, der regulär (also heute) mit einem Zeugnis als Eintrittskarte für neun Wochen Sommerferien nach Hause kommt. Nur fühlt sich das in der zweiten Klasse Volksschule noch nicht so berauschend an wie dann später im Gymnasium. Das hängt mit dem Zeitempfinden eines Achtjährigen ebenso zusammen wie mit dem schlichten Umstand, dass die Schule in diesem Alter auch noch ziemlich viel Spaß macht. Außerdem ist so ein Volksschüler, was den Kontakt mit den Freunden angeht, doch sehr von den Eltern abhängig. Wenn es die Ferienplanung so will, sieht und hört man sich über Wochen nicht. Hoffentlich ist wenigstens das Zeugnisgeschenk ein Erfolg. Der Mittlere wird die Bordkarte statt eines Zeugnisses in der Hand haben, wenn er Mitte nächster Woche nach einem halben Jahr endlich von seinem Auslandssemester zurückkommt. Er ist natürlich, was wir so hören, auch ein bisserl traurig über den Ferienbeginn, weil damit sein Überseeabenteuer endet. Mit einer Menge Abschieden von neuen Freunden und vertraut gewordenem Unbekanntem. Und im Herbst geht’s dann in Richtung Zentralmatura – ganz diesseits des Atlantiks. Ja, und was soll ich sagen? Ich habe überhaupt nur ein freies Wochenende vor mir. Zwei Tage. Und weit und breit kein Zeugnisgeschenk.

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