Michael B. Jordan: "Na ja, ich trainiere natürlich viel"

Der amerikanische Schauspieler Michael B. Jordan spricht über seinen neuen Film »Creed II - Rocky's Legacy«, das Phänomen »Black Panther« und seine Anfänge in Hollywood. Was aus ihm geworden wäre, hätte es mit der Schauspielerei nicht geklappt?

Hat bei seinen Filmen gern ein Mitspracherecht, weswegen er sich an den Produktionen auch als Produzent beteiligt: Michael B. Jordan.
Hat bei seinen Filmen gern ein Mitspracherecht, weswegen er sich an den Produktionen auch als Produzent beteiligt: Michael B. Jordan.
Hat bei seinen Filmen gern ein Mitspracherecht, weswegen er sich an den Produktionen auch als Produzent beteiligt: Michael B. Jordan. – Getty Images

Adonis Creed (Michael B. Jordan) steigt wieder in den Ring. Nachdem der aufstrebende Boxer am Ende des ersten Teils des „Rocky“-Spin-offs sich zum Sieger der Herzen aufgeschwungen hatte, ist er in „Creed II - Rocky's Legacy“ (seit Freitag im Kino) auf dem Weg zum absoluten Champ. Allerdings muss er dafür einen gefährlichen Gegner aus dem Weg räumen – und auch ein paar persönliche Probleme.

Auch seinen Coach Rocky Balboa (Sylvester Stallone) holen die Dämonen der Vergangenheit ein. Er bekommt es mit seinem alten Widersacher Ivan Drago (Dolph Lundgren) zu tun, der in „Rocky IV“ (1985) den Vater von Adonis Creed einst tödlich verletzte. Jordan im Interview.

Was hat Sie daran gereizt, eine Fortsetzung von „Creed“ zu drehen?

Michael B. Jordan: Die Tatsache, dass ich bislang noch nie ein Sequel von irgendetwas gedreht habe. Ich fand es spannend, mir diese Figur noch einmal vorzunehmen. Und war echt begeistert, dass wir einen Weg fanden, all die Beziehungen und Themen des ersten Films weiterzuentwickeln und in neue Richtungen zu leiten.

Ihr Gegner im Film, der Deutsch-Rumäne Florian Munteanu, hat während der Dreharbeiten angeblich einmal richtig zugeschlagen. Stimmt das?

Das ist richtig, aber natürlich nicht mit Absicht. Und ich fand das auch nicht schlimm. Manchmal ist man so drin in der Rolle, so sehr in seinem Element, dass man alles um sich herum vergisst. Außerdem war das für ihn der erste Film, da passiert das vielleicht noch schneller. Ich konnte in der Szene schon an seinen Augen ablesen, dass er nicht mehr Florian war, sondern Viktor Drago. Ich war also darauf vorbereitet und habe – so gut es geht – pariert. Trotzdem habe ich einmal Sterne gesehen, als er mich getroffen hat.

Zwischen den beiden „Creed“-Filmen waren Sie auch in „Black Panther“ zu sehen, der zu so etwas wie einem kulturellen Phänomen wurde. Hat die Rolle in der Comic-Verfilmung Ihr Leben verändert?

Klar, das kann man so sagen. Wenn man einen solchen Marvel-Blockbuster dreht, erreicht man ein weltweites Publikum in einer Größe, von der man von sonst nur träumen kann. Und die Fans dieser Comic-Verfilmungen sind noch obsessiver als alle anderen, die Aufmerksamkeit wird riesengroß. Was bei „Black Panther“ noch dazu kam, war natürlich die Bedeutung, die der Film und sein Erfolg nicht nur für die afroamerikanische Community, sondern auch für viele andere hatten.

Denn wir konnten zeigen, dass ein Film auch dann eine Menge Geld machen kann, wenn der Held nicht weiß ist, und das hat Folgen in der Filmbranche, aber auch darüber hinaus.

Sie sind ja auch hinter der Kamera als Produzent tätig. Warum ist Ihnen das wichtig?

Mir geht es einfach darum, ein wenig Mitspracherecht zu haben. Ich glaube, dass ich etwas beitragen kann und ein gutes Bauchgefühl habe, wenn es darum geht, Geschichten auf die Leinwand oder den Bildschirm zu bringen. Deswegen will ich ein Teil des Systems sein und Einfluss ausüben. Mehr, als man das als Schauspieler tun kann.

Sie begannen schon als Jugendlicher Ihre Schauspiel-Karriere. War Ihnen damals schon bewusst, dass Sie als Schwarzer vielleicht schlechtere Chancen auf den ganz großen Erfolg haben?

Das war mit 13 oder 14 Jahren erst einmal nicht das Wichtigste, worüber ich nachgedacht habe. Und vieles realisiert man erst im Nachhinein, im Rückblick. Wann immer damals zum Beispiel eine große Rolle dezidiert für Afroamerikaner zu vergeben war, traf man beim Vorsprechen wirklich jeden schwarzen Schauspieler, den man aus Film und Fernsehen kannte. Da wurde mir natürlich schon schnell klar, wie selten solche Gelegenheiten sind. Aber statt mich davon entmutigen zu lassen, hat das eher meinen Ehrgeiz entfacht.

Sie sind deswegen auch nicht aufs College gegangen, sondern sind in Hollywood geblieben. Was hätten Sie denn studiert, wäre es anders gekommen?

Wenn nicht Schauspieler, dann wollte ich Meeresbiologe werden. Schon als kleiner Junge. Aber womöglich wäre ich auch zur Kochschule gegangen.

Ach, Sie kochen gern?

Oh ja, gern und viel. Meine Eltern hatten ein kleines Catering-Unternehmen, das sie von unserer privaten Küche aus betrieben. Deswegen war ich von klein auf viel in der Küche und habe geholfen. Ich liebe alles, was mit gutem Essen zu tun hat.

Sieht man Ihnen gar nicht an.

Na ja, ich trainiere natürlich viel. Aber wenn ich einmal zwischen zwei Filmen ein bisschen frei habe, schlemme ich auch gern. 

Steckbrief

1987 wurde Michael B. Jordan in Santa Ana, Kalifornien, geboren. Vor seiner Karriere als Schauspieler war er Kindermodel. Seinen ersten Auftritt als Darsteller absolvierte er in einer Folge der Serie „Die Sopranos“.

2015 gelang ihm mit seiner Hauptrolle in „Creed – Rocky's Legacy“ an der Seite von Sylvester Stallone der internationale Durchbruch. Zwei Jahre später spielte er eine der Hauptrollen in dem Superhit „Black Panther“.


[P6H0V]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2019)

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