Angeblich weiteres Missbrauchsvideo mit R. Kelly aufgetaucht

Nach Angaben einer Anwältin soll ein weiteres Video aufgetaucht sein, das den Musiker beim sexuellen Missbrauch von Kindern zeigt.

(c) APA/AFP/DEREK HENKLE (DEREK HENKLE)

Im Fall des unter Missbrauchsverdacht stehenden US-Sängers R. Kelly ist nach Angaben einer Anwältin ein weiteres Video aufgetaucht, das den Musiker beim sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen soll. Ein Ehepaar habe den Film bei sich zu Hause in einer Kiste mit alten VHS-Kassetten gefunden, sagte die Anwältin Gloria Allred, die mehrere mutmaßliche Opfer Kellys vertritt.

Allred rief am Sonntag (Ortszeit) mögliche Besitzer weiterer Videos mit ähnlichen Aufnahmen auf, sich bei ihr oder der Polizei zu melden. Es ist bereits das dritte bisher aufgetauchte Video, das Berichten zufolge Kelly beim Missbrauch von Minderjährigen zeigt. Wie das Video in den Besitz des Ehepaars kam, blieb zunächst offen.

Der 52-Jährige wird des schweren sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen beschuldigt. Betroffen sind vier Frauen, von denen drei zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten noch minderjährig waren.

Bereits 2002 Anklage wegen Kinderpornografie

Gegen den durch Hits wie "I Believe I Can Fly" bekannten Musiker werden bereits seit zwei Jahrzehnten immer wieder Missbrauchsvorwürfe laut. 2002 wurde Anklage wegen Kinderpornografie erhoben, doch wurde er sechs Jahre später freigesprochen.

Im Jänner wurde eine sechsteilige Dokumentarserie mit dem Titel "Surviving R. Kelly" ausgestrahlt. Darin wird ihm sexueller, seelischer und körperlicher Missbrauch von Mädchen und Frauen vorgeworfen. Kelly befindet sich derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß.

Das Ehepaar, Gary und Sallie Dennis, habe nach der Ausstrahlung der Dokumentation zu "seiner eigenen Überraschung" die Video-Kassette gefunden, sagte Allred. Sie machte keine Angaben zu Einzelheiten des Video-Materials.

Gary Dennis gab an, er habe die Kassette unter alten Sportvideos entdeckt, als er diese ausmisten wollte. "Er (Kelly) sagte ihnen, was sie tun und sagen sollen und führte offenbar die Kamera", sagte der zweifache Vater. Er sei schockiert gewesen und habe das Video erst wegwerfen wollen. Nach Beratung mit seiner Frau habe er dann aber Allred kontaktiert.

 

(APA/AFP)

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