Party-Video zeigt Trump mit Epstein

Bisher hatte der US-Präsident eine Verbindung zu dem Milliardär Jeffrey Epstein abgestritten. Der Investmentbanker ist angeklagt, ein Netzwerk aus minderjährigen Frauen aufgebaut zu haben, die er sexuell missbrauchte und zur Prostitution zwang.

Eine Protestgruppe namens "Hot Mess" zeigt Bilder von Jeffrey Epstein und Präsident Donald Trump am 8. Juli in New York City vor dem Bundesgericht.
Eine Protestgruppe namens "Hot Mess" zeigt Bilder von Jeffrey Epstein und Präsident Donald Trump am 8. Juli in New York City vor dem Bundesgericht.
Eine Protestgruppe namens "Hot Mess" zeigt Bilder von Jeffrey Epstein und Präsident Donald Trump am 8. Juli in New York City vor dem Bundesgericht. – Getty Images (Stephanie Keith)

In den USA ist ein Video aufgetaucht, das den heutigen US-Präsidenten Donald Trump mit dem Milliardär Jeffrey Epstein bei einer von Trumps Partys zeigt. Der 66-jährige Epstein ist wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt und soll außerdem versucht haben, potenzielle Zeugen zu bestechen. Der Anklageschrift zufolge wirft ihm die New Yorker Staatsanwaltschaft Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Der gefallene Investmentbanker soll auch dutzende Minderjährige zur Prostitution angestiftet haben. Umso brisanter sind die nun veröffentlichten Aufnahmen, die Jeffrey Epstein bei einer Feier mit US-Präsident Trump in dessen Golfklub Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida zeigen.

Nach Angaben des US-Fernsehsenders NBC stammen die Aufnahmen aus dem Jahr 1992 und wurden für eine Folge der Sendung "A Closer Look" über den Lebensstil Trumps gedreht. Der damals frisch von seiner ersten Frau Ivana geschiedene Immobilienmagnat ist auf dem Video zu sehen, wie er Epstein bei der Party begrüßt. Die beiden stehen zusammen und scheinen über die Cheerleader der Football-Mannschaft Buffalo Bills zu sprechen, die vor ihnen tanzen. An einer Stelle zeigt Trump auf eine der Frauen und sagt augenscheinlich zu Epstein: "Sie ist scharf."

"Ich kannte ihn, wie jeder in Palm Beach ihn kannte"

Der Investmentbanker Epstein soll zwischen 2002 und 2005 ein Netzwerk aus oftmals minderjährigen Frauen aufgebaut haben, die er sexuell missbrauchte und zur Prostitution zwang. Der frühere Mathematiklehrer soll in seinen luxuriösen Häusern in New York und Florida unzählige junge Mädchen missbraucht haben.

Trumps frühere Vorliebe für Partys mit attraktiven Frauen ist bekannt. Der Präsident hat jedoch bisher eine enge Verbindung zu Epstein abgestritten. Zwar nannte er ihn in einem Interview aus dem Jahr 2002 einen "großartigen Typen". Vergangene Woche betonte er jedoch, seit 15 Jahren kein Wort mehr mit dem Milliardär gewechselt zu haben. "Ich kannte ihn, wie jeder in Palm Beach ihn kannte", sagte der Präsident. "Ich war kein Fan."

Epstein gilt als unter Politikern und Prominenten extrem gut vernetzt. Der Milliardär zählte früher unter anderem Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew zu seinen Freunden. Seit 2008 wird Epstein von der US-Justiz als Sexualverbrecher geführt, 2009 wurde er von einem Gericht in Florida verurteilt.

Falscher österreichischer Pass

In einem New Yorker Penthouse von Jeffrey Epstein ist unterdessen ein falscher österreichischer Pass gefunden worden, den der Milliardär in den 1980er-Jahren verwendet haben soll. Laut dem Nachrichtenportal "Bloomberg" ist in dem Dokument ein Bild von Epstein zu finden, es wurde aber auf einen anderen Namen ausgestellt.

Epsteins Anwalt argumentierte, dass der Milliardär den Pass nur für den Fall hatte, bei einer Flugzeugentführung als Geisel genommen zu werden. Die Gefahr dafür sei in den 1980er-Jahren bei Flügen in den Mittleren Osten hoch gewesen. Sein Mandant wollte damit "keinesfalls die Behörden hintergehen".

Der Pass wurde in den 1980er-Jahren ausgestellt und ist inzwischen abgelaufen. Wer das Dokument ausgegeben hat, war unklar. In dem Pass fanden sich Einreisestempel von Frankreich, Spanien, Großbritannien und Saudi-Arabien. Wie Epstein zu dem Pass gekommen ist, wollte er nicht sagen.

(APA/AFP)

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