Endlich Barbie: Hautfarbe, wechsle dich!

breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Mit der Rekord-Körbchengröße 70 S hat die 29-jährige Martina Adam vulgo "Martina Big" aus der Eifel den größten Busen Europas. Mit der künstlich veränderten Körperform wurde sie hier und dort sogar bekannt. In letzter Zeit stößt man aber immer häufiger auf ihre Bilder im Netz. Der Grund ist schwer zu erklären. Das Erotikmodel hat die Hautfarbe gewechselt.

Facebook (Martina BIG)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Sie sei ihr Leben lang mit ihrem Aussehen unzufrieden gewesen, sagte sie der "Bild". "Jetzt als schwarze Frau fühle ich mich viel besser, wie wiedergeboren. Wenn das Verfahren die Zulassung bekommt, kann sich in Zukunft wahrscheinlich jeder aussuchen, ob er kaukasisch oder schwarz sein möchte." Rund 30 Schönheits-OPs soll sie hinter sich haben. Das Verfahren, von dem sie hier spricht, sind höchst umstrittene Melanin-Spritzen.

www.martina-big.com
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

"Meine Behandlung ist mit herkömmlichen Bräunungsinjektionen nicht zu vergleichen. Dieses medizinische Verfahren ist zurzeit in Kalifornien in der Zulassungsphase. Mein Freund und ich nehmen an dem Test teil", sagt sie. Als nächstes möchte sie sich das Gesäß operieren lassen. Ihr Lebensmotto soll wohl auch hier schlagend werden: "Groß ist nicht groß genug". Den Vorwurf eines modernen "Blackfacing" muss sie sich jetzt trotzdem gefallen lassen. 

 

Facebook (Martina BIG)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Richtungswechsel. Die 43-jährige Musikerin hatte als Lil' Kim in den 90er Jahren ihren musikalischen Durchbruch. Seitdem hat sie sich durch unzählige Beauty-OPs bis zur Unkenntlichkeit vernähen lassen. Auch sie hat vor einiger Zeit die Hautfarbe gewechselt.

Instagram (lilkim)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Ihre Fans finden den neuen Teint allerdings nicht ansprechend, sie werfen Lil' Kim vor, ihre afro-amerikanische Identität zu verleugnen und ein schlechtes Vorbild für junge dunkelhäutige Frauen zu sein. Bleichende Cremes gibt es in den USA rezeptfrei im Drogeriemarkt, ihre Verträglichkeit ist manchmal kritisch.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

In den USA, Asien und Afrika ist gebleichte Haut das Pendant zum Solarium. Die Rapperin Nicki Minaj gab es im Laufe ihrer Karriere schon in verschiedenen Nuancen.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Der Farbvergleich: Nicki Minaj vs. Taylor Swift. Trinidad und Tobago vs. Pennsylvania.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

In der afrikanischen Prominenz ist das Thema Bleichcreme weit verbreitet. Model Vera Sidika (links) ist eine Art kenianische Kim Kardashian. 2014 erklärte sie in einer Talkshow, warum sie sich die Haut bleicht.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

In der Talkshow "#theTrend" sagte das Afro-Kurvenwunder: "Für mich hat es sich gelohnt, ich bin seitdem viel besser im Geschäft." Sie habe sich bei einem renommierten britischen Dermatologen in Behandlung begeben und rund 130.000 Euro bezahlt, so Sidika. Die Frage des Moderators, ob sie denn damit kein schlechtes Vorbild abgebe, konterte das Model mit den Worten: "Das haben doch alle schon getan. Auch Nicki Minaj und Rihanna."

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Ein Mann kam in den vergangenen Jahren auch mit dem Thema in die Schlagzeilen. Sammy Sosa, ein früherer Baseballspieler der Texas Rangers, hat ebenfalls eine harte Verwandlung hinter sich.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Sosa gab 2009 öffentlich zu, über viele Jahre hinweg eine kosmetische Hautcreme verwendet zu haben, die eventuell auch seine Haut gebleicht haben könnte.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Die Sängerin Keri Hilson im Jahr 2007 ...

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

... im Vergleich zu ein paar Jahren später. 

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Rita Ora steht immer wieder zur Diskussion. Hat sie sich künstlich aufhellen lassen? Nachdem sie aber in keinem karibischen Sonnenstaat verwurzelt ist, sondern als Kind kosovo-albanischer Eltern in Pristina zur Welt kam, hat sie zu Beginn ihrer Karriere vielleicht eher zum Selbstbräuner gegriffen, als zur Bleichcreme.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Spekulationen treffen auch die ganz Großen. So wird immer wieder behauptet, auch Beyonce wäre zu Beginn ihrer Karriere einige Nuancen dunkler gewesen und sei dem wirtschaftlichen Erfolg wegen weißer geworden.

Reuters
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Eine Internetwerbung für ein Präparat zum Bleichen der Haut mit dem Slogan "Weiß macht Sie zum Sieger" hat Anfang des Jahres in Thailand eine derart heftige Kontroverse ausgelöst, dass der Hersteller den Werbeclip schnell wieder zurückzog. In dem Video für die Nahrungsergänzungspille "Snowz" führt das 35-jährige Topmodel Cris Horwang ihre erfolgreiche Karriere auf ihren blassen Teint zurück.

Instagram (crishorwang)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Hätte sie nicht stets auf ihren Körper und ihre weiße Haut geachtet, hätte sie sich nicht so lange ganz oben auf der Karriereleiter halten können, behauptet Horwang, die auch als Sängerin und Schauspielerin erfolgreich ist. Währenddessen wird ihre Haut immer dunkler, und sie blickt neidisch auf ein hellhäutiges Model, dass lächelnd neben sie tritt.

Youtube (Seoul Secret )
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Der Clip löste im Internet eine Lawine an bösen Kommentaren aus, in denen dem Vertreiber Seoul Secret Rassismus vorgeworfen wird. Ein Nutzer kritisierte, der Clip suggeriere, dass dunkelhäutige Menschen "Loser" seien. In einer Entschuldigung versicherte das Unternehmen, es habe keinesfalls eine "rassistische oder diskriminierende Botschaft zu übermitteln" wollen. Der Clip ist verschwunden, die bleichenden Kiwi-Pillen gibt es nach wie vor.

Seoul Secret
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Eines lässt sich mit Sicherheit sagen, Freunde der vermeintlich noblen Blässe riskieren (ähnlich wie Sonnenbankkaiser) überall auf der Welt ihre Gesundheit mit bleichenden Präparaten. In vielen Ländern Afrikas werden Mittel verkauft, die gefährliche Inhaltsstoffe enthalten.

Instagram (skinbright20)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Drei von vier Frauen in Nigeria verwenden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rezeptfreie Mittel, um ihre Haut zu bleichen. Und das, obwohl bekannt ist, dass die billigen Cremes schwere Nebenwirkungen haben können. Auch in Togo nutzen 59 Prozent der Frauen regelmäßig solche Mittel, in Südafrika jede dritte und in Mali laut WHO jede vierte.

Instagram (skinbright20)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Dabei enthalten die meisten der in Afrika erhältlichen Cremes verbotene und hochgiftige Inhaltsstoffe wie Quecksilber, Hydrochinon und Steroide, die eine Hyperpigmentierung, schwere irreparable Hautschäden und im schlimmsten Fall sogar Krebs verursachen können, warnt die WHO.

Instagram (skinbright20)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Nicht selten sind die giftigen Inhaltsstoffe auf den Verpackungen deutlich sichtbar aufgeführt, doch die Kunden scheint das nicht abzuschrecken. Das Schönheitsideal, wonach ein hellerer Braunton angeblich schöner ist, ist so stark, dass viele Afrikanerinnen die Warnungen schlicht ignorieren. Die Werbewelt hat ihren Teil dazu beigetragen, indem sie die Haut von Berühmtheiten digital aufhellt. Außerdem sind viele afrikanische Stars heller, als es die Natur für sie vorgesehen hätte.

Instagram (lystonlaurence)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Die Sängerin Nomasonto Maswanganyi, in ihrer südafrikanischen Heimat als "Mshoza" bekannt, sorgte 2011 für Aufruhr. Sie hellte ihre Haut medizinisch um einige Farbtöne auf und gab bekannt, sie fühle sich nun schöner und selbstbewusster. Sich die Haut zu bleichen sei eine persönliche Entscheidung, genauso wie eine Brustvergrößerung oder eine Nasenkorrektur, argumentierte Mshoza.

Facebook (Nomasonto Maswanganyi)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Als die nigerianisch-kamerunische Musikerin Dencia im vergangenen Jahr eine eigene Kosmetikproduktlinie zur Hautbleichung Namens "Whitenicious" auf den Markt brachte, rissen ihr die Kundinnen das Mittel förmlich aus den Händen.

Whitenicious