Ein Pionier der Marktforschung: Fritz Karmasin ist tot

Fritz Karmasin, Gründer des österreichischen Gallup-Instituts, ist 83-jährig gestorben. Er hat eine amerikanische Praxis nach Österreich geholt.

Fritz Karmasin Pionier Marktforschung
Fritz Karmasin Pionier Marktforschung
Fritz Karmasin – (c) Bruckberger

Wien/TK. Fritz Karmasin hat die amerikanische Praxis der Markt- und Meinungsforschung nach Österreich geholt – ganz konkret: 1961, ein Jahr nach seiner Promotion an der Hochschule für Welthandel, richtete er auf Auftrag von George Gallup die österreichische Dependance des Gallup-Instituts in Wien-Währing ein.

Wobei er beim Bau des Hauses durchaus selbst Hand anlegte und nicht den Kontakt zu den Bauarbeitern scheute: Er sei „im tiefsten Herzen Baumeister“ gewesen, sagt einer seiner Schüler. Eben auch von Instrumenten seiner Zunft: Er entwickelte u. a. den Gallup Impact-Test, mit dem man die Werbewirkung nach Veröffentlichung messen kann, und die Fachzeitschriften-Empfängerstruktur-Analyse (FESA). Beliebt war Karmasin als Lehrer, der sich auch für die Geschichten hinter den Zahlen interessierte: Er verfolgte sein Leben lang die praktische und die akademische Karriere parallel, 1989 wurde er Professor an der Uni Wien.

Karmasin erhielt viele hohe Preise, vom Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse bis zum Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik. Er hinterlässt eine Familie, die man ohne Übertreibung als Dynastie der Meinungsforschung bezeichnen kann: Seine Frau Helene und seine Tochter Sophie führen das Unternehmen Karmasin-Motivforschung, beide sind in den Medien höchst präsent. Sein Sohn Matthias ergründet die Theorie des Metiers: Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und lehrt u. a. Kommunikationswissenschaft an der Uni Klagenfurt.

("Die Presse" Printausgabe vom 25.5.2013)

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