Wissenschaft im Kampf gegen Esoterik

Die Wiener Gruppe der weltweit tätigen Skeptikerbewegung erhebt ihre Stimme gegen betrügerischen Aberglauben.

Magische Kugel
Magische Kugel
(c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com)

„Wenn jemand etwas behauptet, das wissenschaftlich bereits längst widerlegt und offensichtlich falsch ist, kann man das als Wissenschaftler nicht unwidersprochen hinnehmen.“ Das ist das Credo des Wiener Astrophysikers Heinz Oberhummer. Er ist neben seinem Brotberuf als Professor an der TU Wien auch Kabarettist („Science Busters“) – und Vorsitzender der „Gesellschaft für kritisches Denken“. Diese Bewegung kämpft gegen betrügerische Esoterik– von Horoskopen über Wahrsagen und Wünschelrutengehen bis zu dubioser Alternativmedizin.

„Wir müssen klarstellen, dass Wissenschaft und Esoterik nicht zwei gleichberechtigte Sichtweisen sind“, so Oberhummer. Und weiter: „Wissenschaft beruht auf intensiver Forschung, auf Messung und Beobachtung. Esoterik stellt Behauptungen auf, die sich bei näherer Betrachtung als falsch herausstellen.“

Die „Gesellschaft für kritisches Denken“ ist die Wiener Regionalgruppe der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP), sie untersucht, ob an außergewöhnlichen Phänomenen etwas dran ist: Wer der Meinung ist, über unerklärbare, übernatürliche Fähigkeiten zu verfügen, kann seine Begabung von der GWUP näher untersuchen lassen. Gemeinsam einigen sich Esoteriker und Wissenschaftler auf eine Untersuchungsmethode – echte übernatürliche Fähigkeiten wurden bisher keine entdeckt. Die Gesellschaft will das naturwissenschaftliche Weltbild in Österreich stärker als bisher verankern – gerade auch im Darwin-Jahr, in dem wieder über Evolution versus Kreationismus diskutiert wird. Weitere Informationen auf www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht.


Wissens-Trolley. Oberhummer ist mit seinem Buch „Kann das alles Zufall sein?“ einer der Preisträger des heurigen „Wissenschaftsbuchs des Jahres“. Das Wissenschaftsministerium hat nun Bücher aus der Preiskategorie „Junior“ in einen „Wissens-Trolley“ verpackt; es gibt jeweils 35 solcher Büchersammlungen für Volks- und Hauptschulen. ku

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.04.2009)

Kommentar zu Artikel:

Wissenschaft im Kampf gegen Esoterik

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen