Hightech-Experimente von zu Hause am Tablet

Sparkling Science. Forscher der FH Kärnten entwickelten mit HTL-Schülern drei neue Online-Labs, die nun für Schüler weltweit zur Verfügung stehen. Über das Internet kann man direkt auf die Experimente zugreifen.

Für manche Schüler ist es wie Computerspielen: Man sitzt daheim am Laptop oder Tablet und loggt sich in ein Labor an einer renommierten Uni in den USA ein. Über ein Online-Lab kann man via Internet dort echte Experimente durchführen – alles von zu Hause gesteuert. „In Zeiten, in denen Laborausrüstung immer komplizierter und teurer wird, sind Online-Labs eine gute Alternative“, sagt Michael Auer, Professor für Elektronik an der FH Kärnten. „Ich kann hier in Villach sitzen und am MIT in Massachusetts oder an der University of Queensland in Australien, die beide unsere Partner sind, ein Laborexperiment durchführen.“

Sein Team an der FH Kärnten war Vorreiter bei der Entwicklung von Online-Labs in Europa. Derzeit stehen in Villach zehn verschiedene Versuche bereit, die teilweise mit Mitteln aus EU-Projekten aufgebaut wurden – und auf die Forscher aus der ganzen Welt zugreifen können. Im Rahmen des Sparkling-Science-Projekts Online-Labs4all wurden drei weitere Labore geschaffen, designt und entwickelt gemeinsam mit HTL-Schülern aus Kärnten.

Die engagierten Schüler programmierten, planten und machten die Forscher auch auf Fehler aufmerksam. In der HTL Mössingerstraße in Klagenfurt steht das eLab, in dem man Hightech-Experimente im Bereich der Elektronik durchführen kann: etwa den Blow-Tube-Versuch, der testet, wie sich ein Festkörper, zum Beispiel ein Ball, in einem mit Luft durchströmten, senkrecht stehenden Rohr verhält. In der HTBLuVA Villach wurde eine Apparatur entwickelt, in der man Holzbalken und Bretter auf ihre Biege- und Brucheigenschaften prüfen kann. Und in der HTL Wolfsberg haben die Schüler eine Teststrecke für Logistikaufgaben geschaffen, in der ein ferngesteuerter Roboter Kisten und Pakete umschichten muss. Dies war der erste Teil dieses Projekts, das vom Wissenschaftsministerium finanziert wird.

„Der zweite Teil war, dass wir Schüler aus ganz Österreich diese Online-Labs testen lassen und ihr Feedback nutzen: So können wir die Nutzerfreundlichkeit verbessern und kontrollieren, wie stabil und zuverlässig die Versuche funktionieren“, sagt Auer. Über 1600 Schüler haben während der Testphase im Oktober ihre Rückmeldungen eingeschickt, nun läuft die Auswertung. (vers)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2015)

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