Mit Rucksack und Brille durch den 3-D-Raum

Virtuelle Realität klappt nun für mehr Leute gleichzeitig.

Kennen Sie QR-Codes? Die quadratischen, schwarz-weißen Pixelmuster sind auf vielen Produkten abgedruckt. Per QR-Reader gelangt man mit einem Klick auf die 2-D-Codes zu Informationen. Informatiker der TU Wien haben diese QR-Codes nun für etwas ganz Neues eingesetzt. Sie brachten die quadratischen Muster an den Wänden und der Decke eines Testraumes an, der für die virtuelle Realität genutzt wird.

Auf dem 600 Quadratmeter großen Gelände durften sich Probanden mit den typischen Virtual-Reality-Brillen frei bewegen. Die Kameras in diesen Brillen haben einen besonders weiten Öffnungswinkel und erfassen dadurch immer eine Vielzahl der angebrachten QR-Codes gleichzeitig, was eine schnelle Positionserkennung im 3-D-Raum ermöglicht.

 

Nicht über Kabel stolpern

Wozu der Aufwand? Die deutsche Firma Illusion Walk war an die Forschungsgruppe Virtual and Augmented Reality herangetreten, weil sie Möglichkeiten suchte, wie im virtuellen Raum mehrere Personen gleichzeitig unterwegs sein können. Bisher klappt virtueller 3-D-Raum gut, wenn eine Person diese Brille aufsetzt. Der Trick der Forscher um Hannes Kaufmann der TU Wien war nun, dass man allen Personen, die zugleich einen virtuellen Raum betreten, einen Rucksack mit kleinem Computer auf den Rücken gibt. In den personalisierten Geräten wird die jeweilige Sicht der Person berechnet und über die QR-Codes mit der Position im Raum abgeglichen.

So können viele Leute durch virtuelle Welten schreiten, ohne dass sich ihre Positionen und Schatten überlagern oder sie über Kabel des anderen stolpern. Diese Entwicklung soll nun sinnvoll eingesetzt werden, etwa zum Training von Feuerwehrleuten oder von Spezialpersonal in Fabriken. (vers)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2016)

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