Baubeginn für das „Zentrum am Berg“

Im Erzberg entstehen fünf Tunnels für die Forschung.

Was bei einem Gebäude der Spatenstich, ist der Tunnelanschlag beim Baubeginn eines Tunnels. Am kommenden Donnerstag wird mit einem solchen der Start für die Arbeiten zum Zentrum am Berg symbolisch besiegelt. In einem stillgelegten Teil des steirischen Erzbergs entsteht dann ein weltweit einzigartiges Forschungszentrum: Fünf Tunnelröhren sind im Vollbetrieb vorgesehen. Dort sollen Wissenschaftler Fragen der Tunnelsicherheit untersuchen und die Bau- und Bergbauindustrie neue Methoden testen.

So können etwa Tests zur Entstehung und Erkennung von Bränden sowie von Brandschutzeinrichtungen durchgeführt werden. Bestehende Lüftungskonzepte lassen sich testen und die Ausbreitung von Gasen unter realen Bedingungen untersuchen. Aber auch EU-Projekte, etwa zur unterirdischen Speicherung der Energie aus Solar- und Windkraftanlagen seien bereits an Land gezogen worden, sag Robert Galler, Vorstand des Lehrstuhls für Subsurface Engineering – der Bereich der Montanuni Leoben, der sich mit ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten unter der Erde befasst.

 

Keine Tunnelsperren mehr

Das aufwendige und teure Sperren von Verkehrstunnels für solche Versuche fällt damit künftig weg. In diesen könne man ohnehin nur mit eingeschränkter Brandlast testen, da sonst Schäden am Tunnel entstehen, so Galler. Schon das Auffahren, wie der Tunnelbau in der Bergmannssprache heißt, soll der Forschung nutzen: Dabei lassen sich etwa Vortrieb, Stützmittel und Statik untersuchen.

Ab 2018 sollen erste Kooperationsprojekte starten, die Fertigstellung ist für 2019 geplant. Die Kosten in der Höhe von rund 30 Millionen Euro teilen sich Technologie- und Wissenschaftsministerium, Land Steiermark und die Montanuniversität Leoben. (APA/gral)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2016)

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