Proteine und Photonen näher erforschen

Zwei neue Christian-Doppler-Labors eröffnet.

Die Proteinsynthese, genauer die wachstumsgekoppelte Proteinsynthese in Hefe, ist der Forschungsfokus eines am Montag an der Boku Wien neu gegründeten Christian-Doppler-(CD)-Labors. Medikamente, die mittels Proteinsynthese in lebenden mikrobiellen Zellen wie etwa Hefe hergestellt werden, sind der schnellstwachsende Sektor der pharmazeutischen Industrie. Das Problem: Diese Proteine werden im Zuge des Wachstums der Zellkultur erzeugt. Will man sie in großem Maßstab produzieren, erhält man gleichzeitig große Mengen nicht benötigter Biomasse, was die Effizienz der Methode einschränkt.

Am neuen CD-Labor arbeitet nun ein Team rund um Brigitte Gasser vom Department für Biotechnologie daran, den Produktions- möglichst vom Wachstumsprozess zu entkoppeln. Dazu werden die Lebensbedingungen und der Stoffwechsel der Hefe bei extremem Nährstoffmangel untersucht. Der Schweizer Industriepartner Lonza AG will die Erkenntnisse für die Entwicklung eigener Produktionsprozesse nutzen.


Blick im mittleren Infrarot

Biologische und chemische Prozesse werden auch an dem am Dienstag an der Uni Wien angesiedelten CD-Labor für Mid-IR-Spektroskopie und Halbleiterelektronik untersucht. Und zwar mittels Lichts im mittleren Infrarot. In diesem Spektralbereich weist eine Vielzahl organischer Moleküle charakteristische und starke Absorptionslinien auf. Allerdings war die Forschung aufgrund einer technologischen Barriere, dem Fehlen von hochwertigen und verlustarmen Optiken, limitiert. Diese steuert nun Crystalline Mirror Solutions (CMS) bei, ein Spin-off der Uni Wien und des Vienna Center for Quantum Science and Technology (VCQ), das als Industriepartner des neuen CD-Labors fungiert. (at)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2017)

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