Wenn der Funke auf die Jungen überspringt

Die besten Projekte von Sparkling Science wurden in Wien ausgezeichnet.

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„Endlich 18“ steht in fetten Lettern auf dem T-Shirt eines jungen Mannes auf dem Podium beim Sparkling-Science-Kongress in der TU Wien. Ein Symbol dafür, wie viel Motivation im Erreichen von Zielen steckt? Der Schüler des Schulzentrums Ungargasse in Wien hat an diesem Freitag aber ein weiteres Ziel erreicht, das sicher nicht so absehbar war wie der 18. Geburtstag: Seinem Forschungsteam und weiteren 13 Schulprojekten wurde von Wissenschaftsminister Johannes Hahn ein Scheck von je 5000Euro überreicht – eine Forschungsprämie für herausragende Leistungen im Programm „Sparkling Science“, bei dem Wissenschaftler Kinder und Jugendliche in ihre Forschungsprojekte einbinden.

„Im Jahr 2007 war dieses Programm nur eine Idee. Und heute haben wir über 100 Projekte, in denen Wissenschaftler und Schüler gemeinsame Forschungspläne entwickeln. Die insgesamt 13.000 Schüler sind und waren nicht nur Zuschauer, sondern voll in die wissenschaftliche Arbeit integriert“, sagt Hahn. Über acht Millionen Euro hat das BMWF bisher investiert: in eine große Zahl von kleinen Schulprojekten, die z.B. in Projektwochen eingebunden sein können, bis hin zu großen universitären Forschungsvorhaben mit bis zu 187.000 Euro.


Große Vielfalt an Projekten. Zur Feier des ersten Geburtstags des Nachwuchsförderprogramms trafen sich rund 500 Schüler, Lehrer und Forscher im Hörsaal der TU, um die prämierten Projekte zu bestaunen und Erfahrungen auszutauschen. Von den 14 prämierten Projekten traten – zeitgleich – je zwei Schüler und ein Lehrer auf das Podium, und in einer sympathischen Vorstellrunde erfuhren die Zuhörer, an welchen Forschungen sich die Schüler zwischen Vorarlberg und Wien beteiligt hatten. Darin ging es u.a. um Jugendsprachen von Migranten, spielerische – aber korrekte – Computerdarstellungen der Quantenphysik und solargespeiste Geräte, die die Anwesenheit von Sumpfschildkröten an Gewässern automatisch überwachen. Ein Kritikpunkt fiel auf: Von den 28 Schülern, die zu ihren Forschungen etwas zu sagen hatten, trauten sich nur wenige Mädchen ans Mikrofon. Es bedarf also weiterer Bemühung zur Motivation der weiblichen Jugend, um wirklich alle Nachwuchstalente für Wissenschaft und Forschung zu begeistern.

Einen großen Auftritt hatte das Schülerteam des Akademischen Gymnasiums und der HTL Anichgasse in Innsbruck: Unter der Leitung von Bernd Michael Rode vom Chemischen Institut der Uni Innsbruck wird an Computersimulationen zur chemischen Evolution der Urerde geforscht. Die ambitionierte Arbeit der Schüler führte bereits zu acht wissenschaftlichen Publikationen. Als Überraschungspreis ehrte Hahn das Team mit einem „Meet and greet“-Termin mit dem zweiten Mann auf dem Mond: Buzz Aldrin wird am 25. Jänner in Wien sein, auf seinem Terminkalender steht ein Treffen mit den Innsbrucker Nachwuchsforschern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.11.2009)

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