Climategate: Klimaforscher tritt nach E-Mail-Affäre zurück

Geheimhaltung, Fehlinformation und Diskreditierungen. Nach der Veröffentlichung von 1073 E-Mails tritt Phil Jones als Leiter der seit Wochen umstrittenen Climate Research Unit zurück.

Schmelzender Eisberg
Schmelzender Eisberg
(c) AP (John Mcconnico)

Professor Phil Jones, bisheriger Leiter der Climatic Research Unit (CRU) der britischen East Anglia Universität, hat seinen Posten zurückgelegt. Wie die Washington Post berichtet, ist der Rücktritt eine Reaktion auf die durch Hacker veröffentlichten 1073 E-Mails, die dubiose Machenschaften in der CRU aufzeigen. DiePresse.com hat über die Affäre ausführlich berichtet.

"Mehr als 95 Prozent" der Daten zugänglich

Die Universität hat Jones' Rücktritt angenommen und ihn einen "wichtigen Schritt" genannt, um eine unabhängige Untersuchung in den "Climategate"-Vorfall durchführen zu können. Gleichzeitig erklärte die Einrichtung, dass "mehr als 95 Prozent" aller CRU-Klimadaten bereits für die Öffentlichkeit zugänglich wären. Die Anschuldigung vieler Kritiker, dass Jones und seine Mitarbeiter wichtige Informationen zurückgehalten hätten, sei daher nicht gültig.

"Trick" sei "aus dem Zusammenhang gerissen"

Jones hat bisher steif und fest behauptet, dass seine Worte in den betroffenen E-Mails steht "aus dem Zusammenhang gerissen" worden seien. Konkret geht es um Passagen, in denen er einen "Trick" angewandt hat, um eine Temperaturentwicklung zu verstecken. In den E-Mails offenbaren sich aber noch weitere problematische Aussagen. So hätte etwa ein CRU-Kritiker öffentlich diskreditiert und Informationen über Forschungsergebnisse gelöscht werden sollen.

(db)

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