Wie lang halten Proteine?

Allmählich zieht die Paläoproteomik der Paläogenetik nach. Aber noch hat die Zunft mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen.

Kann es in so alten Knochen wie denen von T. Rex – hier das größte je gefundene Exemplar: Sue – noch Proteine geben?
Kann es in so alten Knochen wie denen von T. Rex – hier das größte je gefundene Exemplar: Sue – noch Proteine geben?
Kann es in so alten Knochen wie denen von T. Rex – hier das größte je gefundene Exemplar: Sue – noch Proteine geben? – Getty Images

Vor etwa 40.000 Jahren stellten Bewohner der Grotte du Renne, einer Höhle im nördlichen Frankreich, ausgefeilte Werkzeuge und Schmuckstücke her, die Frage war lang nur, wer die Bewohner waren, damals gab es noch Neandertaler, aber Homo sapiens war auch schon in Europa. Klarheit schaffen konnte 2016 eine Gruppe um Frido Welker (Leipzig) mit Paläoproteomik, das ist die Analyse alter Proteine, die mit einem Abstand von etwa 20 Jahren der Paläogenetik nachgezogen ist und sie oft ergänzt. Gene fanden sich nicht in den Knochen in der Höhle, zumindest keine, die noch Analysen zuließen, aber Proteine waren noch da bzw. Teile von ihnen, Aminosäuresequenzen: Sie stammten von einem Kollagen – einem Protein des Bindegewebes – eines Neandertalers, das war der eine Befund. Der andere überraschte noch mehr: Der Neandertaler war ganz jung gestorben, als noch nicht abgestillter Säugling (Pnas 113, S. 11162).

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.05.2018)

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