Das Los der Wikinger hing am Elfenbein der Walrösser

Eine Analyse von Elfenbein zeigte, dass die Wikinger Grönlands 280 Jahre das Handelsmonopol in Europa hatten. Als es weg war, starben die Bewohner der Insel.

Walross-Stoßzähne.
Walross-Stoßzähne.
Walross-Stoßzähne. – Musées du Mans

Anno 880 kamen die Wikinger unter Führung von Erik dem Roten, einem Totschläger, der aus Norwegen und Island verbannt worden war, auf die Insel weit im Westen. Um Zuzug anzulocken, nannte er sie Grünland, das war ein Euphemismus, das Land war weithin weiße Wüste, nur im Süden gab es eisfreie Bereiche. Und die waren wenig geeignet für die Wirtschaftsweise der Siedler, die sich Norse nannten: Sie hatten Milchvieh mitgebracht, Rinder und Schafe, viel Gras gedieh nicht für die.

Trotzdem lebten bald 5000 Menschen dort, viele waren vom Schlage Eriks, so aggressiv, dass sich in Norwegen kein Bischof für sie fand. Aber fromm waren sie auch, und zwei Jahrhunderte nach der Ankunft der Ersten zogen ihre Erben enorme Kirchen hoch und statteten sie mit Luxus aus, Glocken und Fenstern aus Glas, der Messwein musste auch über den halben Atlantik hergeschafft werden. Das Geld dafür kam auch von Luxusgütern, die Grönländer exportierten Narwalzähne, Eisbären – Felle und sogar lebende Tiere – und vor allem eines: Elfenbein von Walrössern.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2018)

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