Was den Erfolg beim Düngen beeinflusst

Wesentlich ist die Beziehung von Pflanzen und Mikroben.

Wachsen die Pflanzen kaum oder schlecht, liegt der Gedanke nahe, dass es dem Boden an wichtigen Nährstoffen mangelt. Wird der fehlende Nährstoff durch Düngung zugeführt, können Feldfrüchte wieder wie gewünscht wachsen – so die meist zutreffende Schlussfolgerung. Wachsen Pflanzen nach dem Düngen nicht stärker, führt man das meist auf Effekte von Überdüngung oder auf Giftstoffe im Boden zurück.

Im Fachblatt „Nature Ecology & Evolution“ zeigt ein Forschungsteam unter US-amerikanischer Leitung, zu dem auch Andreas Richter von der Uni Wien gehört, nun aber, dass die Beziehung von Pflanzen und Bodenmikroorganismen dafür ausschlaggebend sein kann. Wenn die beiden nicht kooperieren und die Mikroben stark wachsen, kann das den Pflanzen schaden.


Kampf oder Kooperation?

Während Pflanzen einen höheren Bedarf an Stickstoff haben, sind Mikroorganismen stärker auf Phosphor angewiesen. Würden beide gleichermaßen einen Nährstoff brauchen, gebe es keine negativen Auswirkungen, wenn insgesamt mehr davon vorhanden ist. Auch in einer Konkurrenzsituation würde noch etwas zusätzlich für den anderen abfallen und dessen Wachstum zumindest ein wenig begünstigen.

In dem neuen Konzept geht die Forschergruppe davon aus, dass es spezielle Situationen gibt, in denen die Mikroorganismen von zusätzlich vorhandenen Nährstoffen sehr stark profitieren. Ist ihre Beziehung zu den Pflanzen durch Zusammenarbeit gekennzeichnet, kann es trotzdem zu einer Win-win-Situation kommen: Beide gedeihen besser. Arbeiten die Mikroorganismen aber nicht mit den Pflanzen zusammen, kann es sein, dass diese durch den Phosphor sehr stark anwachsen. Und in der Folge entziehen sie den Pflanzen auch den ihrerseits benötigten Stickstoff. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2018)

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