Erstmals große Holzfunde in Ephesos

Grabungsneustart förderte intakten Dachstuhl zutage.

Grabungsleiterin Sabine Ladstätter ist begeistert: Zum ersten Mal im Laufe der traditionsreichen Grabungen habe man mit dem Dachstuhl Holz in größerem Umfang gefunden.
Grabungsleiterin Sabine Ladstätter ist begeistert: Zum ersten Mal im Laufe der traditionsreichen Grabungen habe man mit dem Dachstuhl Holz in größerem Umfang gefunden.
Grabungsleiterin Sabine Ladstätter ist begeistert: Zum ersten Mal im Laufe der traditionsreichen Grabungen habe man mit dem Dachstuhl Holz in größerem Umfang gefunden. – Wissen Sabine Ladstätter (c) ÖAW, Daniel Hinterramskogler

Die Geschichte der Grabungen österreichischer Archäologen in der antiken Stadt Ephesos in der Türkei reicht bis ins Jahr 1895 zurück. Im September 2016 hatte man die Arbeit allerdings abrupt einstellen müssen. Der Stopp wurde auf Anordnung des türkischen Außenministeriums in Reaktion auf die Forderung Österreichs verhängt, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen. Nachdem man sich Anfang 2018 auf Ministerebene auf einen Neustart verständigt hatte, begann ein Team rund um Sabine Ladstätter im Mai mit den Vorbereitungen.

Ende Juni liefen dann die Grabungsarbeiten unter der Leitung der Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften wieder an (die „Presse“ berichtete). Daraufhin konnten endlich die Ausgrabungen im byzantinischen Stadtquartier abgeschlossen werden.

 

Zeugen eines Brandes

Den Wissenschaftlern war bekannt, dass sich darunter die Reste einer großen Halle aus der römischen Kaiserzeit befinden müssen. Rund eineinhalb Meter unter dem spätantiken Boden wurden sie jetzt fündig.

„Wir hatten großes Glück“, so Ladstätter. „Wir haben den Dachstuhl zwar verbrannt, aber komplett intakt in Sturzlage gefunden.“ Es ist das erste Mal im Lauf der traditionsreichen Grabungsgeschichte in Ephesos, dass man Holz in größerem Umfang gefunden hat.

Die Archäologen planen in der Folge, nun nicht nur die Holzarten, sondern auch das Alter mit der Methode der Dendrochronologie – also mithilfe der Jahresringe – genau zu bestimmen. Darüber hinaus will Ladstätter mit ihrem Team den Fokus auf das Umland erweitern und hier dem historischen Marmorabbau in der Region nachgehen. (APA/cog)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2018)

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