Die vielfältigen Folgen riesiger Wasserprojekte

Geowissenschaften: Künstliche Flüsse und Leitungen führen weltweit zu massiven Problemen.

Das Süd-Nord-Wassertransferprojekt in China.
Das Süd-Nord-Wassertransferprojekt in China.
Das Süd-Nord-Wassertransferprojekt in China. – Nsbdgc / CC BY-SA 4.0

„Es gibt die große Hoffnung, dass wir mit ingenieurtechnischen Maßnahmen unsere Zukunftsprobleme lösen können, wir schaffen damit aber viele zusätzliche andere ökologische, soziale und ökonomische Probleme“, beschreibt der Gewässerökologe und Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, Klement Tockner, den Einfluss von Megaprojekten zur weltweiten Wasserversorgung auf Mensch und Umwelt.

Zweimal um den Globus

Die Dimensionen bestehender und geplanter Bauten hat Tockner als Teil eines internationalen Forscherteams in einer Studie der Fachzeitschrift Frontiers in Environmental Sciences (12. 12.) erstmals erfasst: In Summe sollen bis 2050 rund 1900 Kubikkilometer Wasser (das 26-Fache der jährlichen Wassermenge des Rheins) auf einer Länge von insgesamt 80.000 Kilometern, was zweimal um den Globus reichen würde, transportiert werden. Kostenpunkt: 2700 Milliarden US-Dollar.

Die Auswirkungen der Großprojekte reichten von Wasserverlust durch Lecks oder Verdunstung über Bodenversalzung bis hin zur Verbreitung von Schadstoffen oder invasiven Arten (s. Artikel links), schreiben die Forscher. Außerdem gebe es ein höheres Konfliktpotenzial zwischen Ländern, die ein Flusseinzugsgebiet teilen.

Gleichzeitig könnte sich das verfügbare Trinkwasser in den nächsten hundert Jahren dramatisch reduzieren, wie ein anderer Fachartikel in Nature Climate Change (21. 01.) zeigt. Nur die Hälfte der Grundwasservorkommen würden sich in dieser Zeit wieder vollständig auffüllen. Grund dafür seien extreme Trockenperioden oder heftige Regenfälle, deren Folgen sich aber erst mit großer Verzögerung bemerkbar machen. (APA/däu)


[P584W]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2019)

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