Erstes Bild eines Schwarzen Lochs

Astrophysiker wollen am Mittwochnachmittag eine bahnbrechende Entdeckung mit dem Event Horizon Telescope vorstellen.

Gesehen hat man dieses Phänomen bisher noch nicht, es gibt nur Computersimulationen und Symbolbilder wie dieses.
Gesehen hat man dieses Phänomen bisher noch nicht, es gibt nur Computersimulationen und Symbolbilder wie dieses.
Gesehen hat man dieses Phänomen bisher noch nicht, es gibt nur Computersimulationen und Symbolbilder wie dieses. – APA

Es gibt Dinge im Weltall, die sich mit dem menschlichen Verstand nur sehr schwer erfassen lassen. Deshalb prägte John Archibald Wheeler bei einer Expertentagung den Begriff „Schwarzes Loch". Gesehen hat man dieses Phänomen bisher noch nicht, es gibt nur Computersimulationen. Jetzt soll es erstmals so weit sein: Experten erwarten am Mittwochnachmittag (15 Uhr) die Vorstellung der ersten Aufnahme eines Schwarzen Lochs. Das Team des Teleskopnetzwerks Event Horizon will auf gleich sechs Pressekonferenzen rund um den Globus ein "bahnbrechendes Ergebnis" verkünden. Das Netzwerk ist angetreten, die weltweit erste, direkte Aufnahme des Phänomens zu machen.

Bisher konnte die Existenz von Schwarzen Löchern nur auf Umwegen nachgewiesen werden. Was ist das eigentlich? Schwarze Löcher sind Orte der Extreme. Sie befinden sich im Zentrum fast jeder Galaxie. Wenn genügend Materie auf kleinstem Raum verdichtet wird, entstehen enorme Gravitationskräfte, die alles, was sich im Universum befindet aufsaugen: Materieteilchen genauso wie Licht. Es wird quasi darin „verschluckt", weshalb es auch so schwierig ist, das entstandene Schwarze Loch abzubilden. 

Allerdings verraten sich die Löcher über die Materie, die sie absorbieren. Sie wird extrem heiß und strahlt dann hell. Dieses charakteristische Leuchten können Teleskope registrieren.

Vor zwei Jahren haben die Event-Horizon-Astronomen ihr Teleskopnetzwerk auf gleich zwei Schwarze Löcher gerichtet - eines davon im Zentrum der Milchstraße. Seitdem haben sie die Daten dazu ausgewertet. Die Ankündigung lässt den Schluss zu, dass es tatsächlich gelungen sein könnte, ein Foto zu schießen. 

Albert Einstein würde Staunen, seine Relativitätstheorie sagte solche Objekte voraus. Gesehen hat er ein Schwarzes Loch aber nie. Wissenschaftler zerbrechen sich aber schon seit dem 18. Jahrhundert den Kopf über diese Phänomene. Der Naturforscher John Mitchell nannte sie 1783 „dunkle Sterne". Dann machten sich Mathematiker ans Werk, um die Objekte genauer zu beschreiben. In der Reihe der Forscher darf Stephen Hawking nicht fehlen. Er erkannte auf Basis quamntentheoretischer Überlegungen, dass  Schwarze Löcher  auch Strahlung abgeben.

Das eine Schwarze Loch (Sagittarius A) befindet sich rund 26.500 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat eine Masse von 4,1 Millionen Sonnenmassen. Das zweite „Fotomodell“ heißt Messier 87 und liegt im Sternbild der Jungfrau.  Es ist sogar 55 Millionen Lichtjahre entfernt.

(eid)

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