Bauen für eine bessere Welt

Mit „Build Social“ ruft das Architekturzentrum Wien zu einer alternativen Architektur auf, die Antworten auf die sozialen Fragen der globalen Gesellschaft gibt. Können die gezeigten Beispiele mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein sein?

Think Global. Build Social!“, ruftdas Architekturzentrum Wien den Architekturschaffenden zu undpocht mit dem erklärenden Untertitel seiner aktuellen Ausstellung „Bauen für eine bessere Welt“ auf die gesellschaftliche Verantwortung und soziale Funktion von Architektur. Folgerichtig setzt die Ausstellung nicht vordergründig auf diePräsentation einzelner Herzeigebauten, sondern zeigt anhand gebauter Beispiele Haltungen auf. Doch halt! Das Wort, das heute wegen seines angeblichen Beigeschmacks von ideologischer Starrheit leider kaum mehr verwendet wird, taucht gar nicht auf in der Schau, die Kurator Andres Lepik für das AzW in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum DAM konzipiert hat. Er spricht von einer Auswahl an Positionen, in denen die lange geforderte Verbindung von Ethik und Ästhetik beispielhaft eingelöst wird. Die Absicht scheint klar: Ein Großteil dieser Positionen findet sich in Dritte-Welt-Ländern realisiert, und es wäre naheliegend, sie mit umstrittener Entwicklungshilfe, einseitigem Technologietransfer oder Neokolonialismus in Verbindung zu bringen. All das weisen die Veranstalter von sich, auch wenn viele der Bauten nur durch die tatkräftige unentgeltliche Unterstützung von Studierenden an österreichischen und deutschen Architekturfakultäten entstehen konnten und fast alle Fördermittel brauchten.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2014)

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