Offenheit auf Abruf

50 Jahre nach seiner Errichtung ist der Bonner Kanzlerbungalow Star des deutschen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig. Der zeitgleich entstandene Neubau der Deutschen Botschaft in Wien dagegen steht vor dem Abriss.

Nicht alle haben so ein Glück: 50 Jahre nach seiner Errichtung ist der Kanzlerbungalow der Star des deutschen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig. Vom Wiederaufbau-Kanzler Ludwig Erhard in Auftrag gegeben, wurde der Bungalow vom Architekten Sep Ruf entworfen, dem Nachbarn Erhards am Tegernsee. Unter den Bäumen, an das Bonner Rheinufer geschmiegt, repräsentativ und doch zurückhaltend, dabei edel, elegant und weltläufig, ist der ebenerdige Bau ganz dem Geiste des Bauhaus und seines in die USA emigrierten Direktors Ludwig Mies van der Rohe verbunden. Nichts sollte an die Großmannssucht des Deutschen Reichs erinnern. Schon einmal hatte Deutschland auf den Zauber funktionalistischer Architektur in Glas, Stahl und Stein gesetzt, als Mies van der Rohes legendärer „Barcelona-Pavillon“ das radikale Statement der Weimarer Republik auf der Weltausstellung des Jahres 1929 war.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2014)

Meistgelesen