Wenn die Birne die Lösung ist

Ein Baudenkmal von europäischem Rang: die „Stadt des Kindes“ in Wien-Penzing. Jetzt soll sie zum Großteil abgerissen werden – trotz Protesten im In- und Ausland. Der Grund: Profitmaximierung.

Eine Wienerin und ein Wiener schildern Kindheit und Jugend in der „Stadt des Kindes“ in Wien-Penzing. Hier hatte Angela Luft nach schlechten frühen Kindheitserfahrungen mit acht Jahren „Schutz und Sicherheit“ gefunden. Sie hatte Selbstvertrauen und Freiheit gewonnen, um ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln, konnte in einer großen Gemeinschaft sozialisiert werden. Auch Mario Hofer bedauert die 2002 erfolgte Schließung des international viel beachteten Modells einer offenen Idealstadt für Kinder und Jugendliche, dessen gemeinschaftliche Kultur-, Sport- und Freizeitbereiche auch der Nachbarschaft zugänglich waren. „Ein Stück Heimat“ würde für ihn verloren gehen, wenn der Großteil der „Stadt des Kindes“ abgerissen werden sollte. Diese Demontage peilen die beiden Eigentümer, Arwag und Wiener Heim (Mischek), zwei der Stadt Wien nahestehende Bauträger, an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2008)

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