Vom Glück, das wir nicht wollen

Mit dem „Masterplan Glacis“ liegt ein Konzept für die „Entwicklungspotenziale“ der Ringstraßenzone vor. Wessen Interessen dient es?

„Pressante“ – eilig, drängend zu spielen, sagt das Musiklexikon. Unter dieser Satzbezeichnung versammelt der am 11.11.2014 von der Stadtentwicklungskommission „zur Kenntnis genommene“ Masterplan für den Ringstraßenbereich ein anscheinend dringendes Bedürfnis: rund um die Wiener Innenstadt reiht sich ein Dutzend „prädestinierter“ Hochhausstandorte. Freilich: es ist ja „nur ein Szenario.“ Zwei Wochen später berichtet darüber die Fernsehsendung „Wien heute“. Nicht der Bürgermeister oder die Planungsstadträtin, sondern Michael Tojner, der Investor, der das Hotel InterContinental aufstocken und daneben einen Luxuswohnturm errichten möchte, gibt zur Sache ein Interview. Die Vorteile seines Projekts hätten sich nun „herauskristallisiert, die Stimmung sei sehr positiv, in der Politik und bei der Stadt Wien“. Der Masterplan sei „praktisch beschlossen worden auch als Antwort auf die UNESCO-Kommission“. Der Investor ist hochzufrieden. Manche in der Stadtverwaltung vielleicht weniger.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2015)

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