Die neue Vitalität

Nachhaltiges Handeln, wie heute von uns verlangt, wird an Zweckbauten der Nachkriegsmoderne demonstriert. Das ehemalige Chemie-Institut der TU Graz: Beispiel für eine differenzierte Sicht auf Denkmalschutz.

Ein repräsentatives Bauwerk der in den 1960er-Jahren entstandenen Erweiterungsbauten der Technischen Universität in Graz wirdfunktionslos, da seit 2010 ein neu errichtetes Ersatzgebäude alle labortechnischen Standards bietet, die wissenschaftliches Arbeiten auf hohem Niveau einfordert. Das nun leer stehende Gebäude stammt von Professor Karl Raimund Lorenz, dem Graz markante Bauwerke wie das Elisabethhochhaus verdankt. Nach Friedrich Achleitner zeigen der enge, in die steinverkleidete Wandeingebundene Raster des Chemischen Instituts und die Behandlung von Sockel- und Dachgeschoß „jenen Verschnitt von Traditionalismus und Modernismus, der für die repräsentative Architektur der Fünfzigerjahre so charakteristisch war“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2016)

Meistgelesen