Der jüdische Stamm

Wien, 18. September 1868. Wer hat Recht? Kompert oder Gustav Freytag? Sehen die Juden aus wie der Vetter Schmul, wie Julius Arnsteiner in den „Ghetto-Geschichten“ oder wie Itzig Beitel, wie Schmaje Tinkeles in „Soll und Haben“?

Ist der Salon-Mauschel des „Figaro“ oder der polnische Jude auf dem Salzgries der Repräsentant seines Stammes, oder sind es die Bewohner der Paläste auf der Ringstraße? Ist der Jude national und particularistisch, wie der Magyare, der in der Kunsthandlung einen Globus von Ungarn verlangt, oder ist er kosmopolitisch und universalistisch wie der Deutsche, welcher Franzosen, Engländer und Italiener, Chinesen und Japanesen in ihrer Existenz-Berechtigung eben so gut anerkennt, wie sich selbst?

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2018)

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