Der Spitalsgarten des KH Nord: Grün darf kein Luxus sein

Was das Wandeln zwischen geschützten Tieren und Pflanzen bewirken kann: der Landschaftsarchitekt Daniel Zimmermann zu den Vorwürfen, der Spitalsgarten des KH Nord sei überdimensioniert und überteuert. Ein Gespräch.

Therapeutische Funktion: Außenanlage des KH Nord, Wien-Floridsdorf.
Therapeutische Funktion: Außenanlage des KH Nord, Wien-Floridsdorf.
Therapeutische Funktion: Außenanlage des KH Nord, Wien-Floridsdorf. – (c) Daniel Zimmermann

Es scheint, als wäre bei der Projektabwicklung des in Bau befindlichen Krankenhauses Nord an der Floridsdorfer Brünner Straße einiges schiefgegangen. Zumindest sprechen Verzögerungen und steigende Baukosten für sich und beschäftigen eine gemeinderätliche Untersuchungskommission. Neuerdings kommen auch die Außenanlagen, die angeblich das neueste Kapitel in der Skandalchronik des KH Nord schreiben sollen, in die Schlagzeilen der Boulevardpresse. Was an den Vorwürfen dran ist, erklärt der planungszuständige Landschaftsarchitekt Daniel Zimmermann, Partner im Planungsbüro 3:0 Landschaftsarchitektur.

Daniel Zimmermann, Sie arbeiten als lokaler Partner mit dem amerikanischen, weltweit tätigen Landschaftsarchitekturbüro Martha Schwartz Partners zusammen, jenem Büro, das für den Entwurf der Außenanlagen des gerade in Bau befindlichen Wiener Krankenhauses Nord verantwortlich zeichnet. Sie waren gemeinsam mit dem projektzuständigen Architekten Albert Wimmer für die Ausführungsplanung und Umsetzung des künstlerischen Leitkonzepts von Martha Schwartz zuständig. Der Freiraum wurde weitgehend fertiggestellt, doch nun werden Kritikpunkte laut, es sei eine überzogene Außenraumgestaltung, ein völlig überteuerter und überdimensionierter Luxusgarten. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?

Der Entwurf der „Healing Gardens“ ist aus dem Wettbewerbsverfahren als Siegerprojekt hervorgegangen. Ausschlaggebend war die Idee, ein Spitalsumfeld zu schaffen, das nicht nur Dekoration ist, sondern auch eine wesentliche Funktion erfüllt. Die Natur sollte Menschen helfen, gesund zu werden und das Wohl von Patienten und Mitarbeitern zu fördern. Das Konzept ist ambitioniert, doch dieser Ansatz entspricht den modernen Anforderungen eines Spitalsaußenraumes. So wird derzeit auch in anderen europäischen und amerikanischen Großstädten gearbeitet. Die Kosten zur Herstellung bewegen sich im durchschnittlichen Rahmen.

Von welchem Rahmen sprechen wir?

Die Herstellungskosten für die Parkgestaltung waren in der Planungsphase mit 120 bis 140 Euro pro Quadratmeter veranschlagt. Die im direkten Umfeld des Gebäudes befindlichen Therapiegärten erfordern erwartungsgemäß eine intensive, teurere Gestaltung als der in Richtung Süden auslaufende Landschaftspark. Im Projektdurchschnitt hat der Quadratmeter zur Herstellung des Außenraumes 130 Euro gekostet. Der Kostenrahmen wurde also eingehalten.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2018)

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