Mauer ohne eitle Gesten

Freigelegt und neu interpretiert: Dank der Architekten Bevk Perović aus Ljubljana wurden die Kasematten von Wiener Neustadt zum Star der diesjährigen Niederösterreichischen Landesausstellung. Ein Besuch nach der Revitalisierung.

„Promenade architecturale“ durch die Räume aus verschiedenen Zeiten: Kasematten, Wiener Neustadt.
„Promenade architecturale“ durch die Räume aus verschiedenen Zeiten: Kasematten, Wiener Neustadt.
„Promenade architecturale“ durch die Räume aus verschiedenen Zeiten: Kasematten, Wiener Neustadt. – (c) Schreyer, David

Die Wiener Neustädter Kasematten sind Teil der auf die Zeit der Stadtgründung im 12. Jahrhundert zurückgehenden Wehranlage und wurden 1551 bis 1557 im Auftrag Kaiser Ferdinands I. nach Plänen von Baumeister Johann Tscherte errichtet. Ursprünglich dienten die mächtigen Gewölbekeller zur Lagerung von Kriegsgerät und als Versammlungsort der Verteidiger der Stadt, ehe diese an der Stadtmauer Position bezogen. Ab dem 19. Jahrhundert fanden sich andere Nutzungen – unter anderem als Brauereilager und als Luftschutzkeller im Zweiten Weltkrieg. Unter einem sieben Meter hohen Hügel eingeschüttet blieb trotz aller späteren Einbauten die Authentizität dieser ob ihres guten Erhaltungszustandes in Österreich einzigartigen Anlage dieser Art gewahrt. Die niederösterreichische Landesausstellung bot den Anlass, die unter Denkmalschutz stehenden Kasematten für eine neue Nutzung als Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum zu revitalisieren und archäologisch zu untersuchen.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2019)

Meistgekauft
    Meistgelesen