Herodot statt Facebook

Es strotzt vor Einfällen und schert sich keinen Deut um aktuelle Moden: Vea Kaisers fulminantes Romandebüt „Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“.

Mit Superlativen wird Schindluder getrieben. Blättert man die Kataloge der Verlage durch, findet man kaum einen Autor, der nicht zu den größten, bedeutendsten, wichtigsten Schriftstellern unserer Zeit gehört. Und viele Kritiker versuchen, sich selbst aufzuwerten, indem sie ihren Gegenstand überhöhen. Wie soll man da eine wirkliche Entdeckung mit Erfolg anpreisen? Man findet sich in der Rolle des Knaben, der immerfort „der Wolf“ schrie, als kein Wolf in der Nähe war. Mit dem Unterschied, dass es das Kollektiv der Rezensenten war, das ohne Grund brüllte undnun den Einzelnen unglaubwürdig macht, der tatsächlich etwas zu melden hat.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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