„Als Strafe zu wenig“

Gegen Ende reichten schon kleinere Diebstähle oder eine leichte Körperverletzung für die Hinrichtung eines „Volksschädlings“: die „Justiz in Oberdonau“ – eine akribische Dokumentation der Willkür.

Nach gut drei Jahrzehnten zeitgeschichtlicher Tätigkeit gilt die Rolle der Justiz im NS-System als gut erforscht. Allerdings beschäftigen sich die meisten Studien mit der politischen Strafjustiz und dabei vor allem mit Verfahren wegen Hoch- und Landesverrats sowie Wehrkraftzersetzung. Die jüngst vorliegende Forschungsarbeit „Justiz in Oberdonau“ widmet sich einer bisher wenig beleuchteten Dimension der NS-Justiz. Nicht die Bekämpfung politischer Gegner durch die NS-Justiz steht im Mittelpunkt der Untersuchung, sondern ihr Verhalten gegenüber der Bevölkerung. Die beiden Historiker Winfried R. Garscha und Franz Scharf interessieren sich dafür, welche Erfahrungen die Mitläufer, die Ambivalenten und Lauen und die gar nicht wenigen stillen und offenen Unterstützer des Regimes mit der nationalsozialistischen Justiz machten.

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