Einen Jux wollt er sich machen

Aus anerzogen historischem Bewusstsein hat Arthur Schnitzler verworfene Manuskripte nicht weggeworfen. So konnte die Novelle „Später Ruhm“ nun in Buchform auf uns kommen. Sie ist – bestenfalls – eine Petitesse, keinesfalls eine Sensation.

Wie sich die Zeiten ändern: Vor etwa 40 Jahren galt es, den Autor Arthur Schnitzler, der gerade seine Renaissance erlebte, auch im ganzen Reichtum seines nachgelassenen Werkes als wichtigen Repräsentanten der Jahrhundertwende um 1900 zu etablieren. Da war es angesichts der Fülle an Einfällen, Entwürfen, Projekten und fertigen, aber von Schnitzler beiseitegelegten novellistischen und dramatischen Studien leicht zu verschmerzen, eine längere, etwas dünne Erzählung in der betreffenden Nachlasskiste liegen zu lassen. Im Gegenteil, das konzise Material des Nachlassbandes der gesammelten Werke in sechs Bänden, „Entworfenes und Verworfenes“ (1977), wäre durch die Aufnahme einer überdurchschnittlich langen Erzählung verwässert worden. Es genügte, die erste Skizze mit dem Titel „Später Ruhm“ aufzunehmen, die im Kern alles enthält, was Schnitzler später detailliert ausführte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.05.2014)

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