Zu jung für eine Feministin

Der erzählerische Twist in „Nachkommen.“ besteht darin, dass Marlene Streeruwitz sich die Stimme einer 40 Jahre jüngeren Frau angeeignet hat: Nelia Fehn. Die ist Debütantin auf der Buchmesse in Frankfurt. Dort wird sie als hübscher Aufputz des Betriebs wahrgenommen. Böse und witzig.

Am Vormittag eine Totenvisite und am Abend eine Preisverleihung. So war das Leben.“ Und so beginnt ein guter Roman. „Nachkommen.“, der neue Roman von Marlene Streeruwitz, fängt zwar nicht direkt mit diesen beiden Sätzen an. Sie markieren jedoch den Übertritt der Hauptfigur Nelia Fehn vom Leben mit ihrer österreichischen Restfamilie, von der sie sich gründlich entfremdet hat, in die Literaturwelt, die sie bei ihrem ersten Besuch auf der Frankfurter Buchmesse auf den nächsten 400 Seiten auch noch sehr gut kennenlernen wird.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2014)

Meistgelesen