Schwindel und Schwebe

Es ist nicht ganz neu, dass sich ein Autor in einem Text mitsamt seinen Manuskripten in Luft auflöst. Gerhard Roth treibt in seinem Roman „Grundriss eines Rätsels“ sein illustres Spiel mit der Frage, was Wirklichkeit und wie sie wahrnehmbar ist.

Wenn man einen Schriftsteller literarisch um die Ecke bringen will, muss man ihn mitsamt seinen Schriften verschwinden lassen. Eine diesbezüglich gründliche Autorenauflösung unternimmt Gerhard Roth im ersten Teil seines Romans „Grundriss eines Rätsels“. Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte der Literatur, dass sich ein Autor in einem Text mitsamt seinen Manuskripten in Luft auflöst – hier buchstäblich, durch eine Gasexplosion in einem Wiener Haus am Heumarkt – und dass sich ein Germanist anschließend auf die Suche nach etwaigen Aufzeichnungen macht, Nachforschungen anstellt, ob es nicht doch noch irgendwo ein Schriftstück gibt, das man sich einverleiben könnte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2014)

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