Unter der Fuchtel der Hormone

Männer sind ein einziger Quell weiblichen Elends. Jedenfalls bei Gertraud Klemm. In ihrem Roman „Aberland“ fühlt sich eine Frau, die Designerware trägt, Personal befehligt und für ihre Dissertation gecoacht wird, ausgebeutet. Was wird uns hier als feministisch verkauft?

Zeitreise in die frühen 1970er. Muttertag. Eine verbitterte Hausfrau und Mutter sitzt, zur Untätigkeit verdammt, am Tisch und beobachtet ihren Mann, der sich redlich müht, es ihr recht zu machen, aber jämmerlich versagt. Er bröselt beim Abräumen der Teller, stellt sie auch „nicht parallel“ in den Geschirrspüler! Auch der dreijährige Sohn ist ein einziger Quell mütterlichen Elends: „In Wellen bricht das Testosteron über diese kleinen Körper herein, jagen, werfen, zerstören, töten, all das will gelernt werden unter der Fuchtel der Hormone.“ Ach ja, die Biologie ist's. Dreijährige Mädchen beschäftigen sich ja bekanntlich mit stillen Häkelarbeiten.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.05.2015)

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