Gärender Sumpf im Glas

Vom Leben der Roma und Juden im Nachkriegs-Ungarn: Krisztina Tóths „Aquarium“.

Das titelgebende „Aquarium“ der Klari-Oma, die sich in ihrer Wohnung nicht einmal von Ratten stören lässt, ist weniger Lebensraum für Lebendiges denn Ekel erregender Behälter für Abgestorbenes. „Verwesende Aufgusstierchen schwebten im grünen Wasser umher wie Fetzen eines aufgelösten Schleiers. Dem Wasser entströmte der schwere, faulige Geruch eines seit Jahrzehnten langsam gärenden, fieberträchtigen Sumpfes.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2015)

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