Die Angstsaat

Fremdheit hier wie dort, Leben in zwei Sprachen, Österreich als Land der „Ibermenschen“, Kindheit als Überforderung. „Die Farbe des Granatapfels“: der Debütroman der 1973 in Zagreb geborenen und in Klagenfurt lebenden Anna Baar.

Mit der jährlich wachsenden Zahl an Debütromanen steigt unerbittlich der Vorrat an„Coming of Age“-Geschichten. Kindheit und Jugend muss schließlich jeder durchleben, und mit den Augen Heranwachsender sieht die Welt immer bedeutsam, unermesslich und spannend aus. Außerdem geht es dabei selten ohne seelische Wunden und schmerzhafte Enttäuschungen ab, daraus kann ein unterschiedlicher Mix an mehr individualisierter oder ins Gesellschaftspolitische geweiteter Anklage werden. An diesem schweren Erbe muss sich jede neue Kindheitsgeschichte abarbeiten. Um das Interesse der Leserschaft zu wecken, sind lebenshistorische Alleinstellungsmerkmale nützlich. In den jüngsten Buchsaisonenwaren das, analog zu den öffentlichen Debatten, häufig Formen von Kindesmissbrauch. Die Zunahme an NachwuchsautorInnen mit migrantischem Hintergrund eröffnet hier andere Optionen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.08.2015)

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