Viel Feind, wenig Ehr

Wenn Georg Kreisler seine Autobiografie vorlegt, dann ist die ebenso beißend, wie seine Chansons es sind. „Letzte Lieder“ – ein unnachsichtiges, trauriges, elegantes, manchmal auch starrsinniges Buch.

Wer sich einst über die „Lieder zum Fürchten“ gefreut und bei den „Nichtarischen Arien“ die Ohren gerieben hat, weil er es gar nicht glauben mochte, wie sublim und subversiv das literarische Chanson auf Deutsch klingen kann, für den ist Georg Kreislers Autobiografie das falsche Buch. Denn in ihr, die er nun mit 87 Jahren, doch frei von den Anwandlungen der Altersweisheit vorlegt, behauptet Kreisler nichts anders, als dass die Sache mit den Liedern ein einziger großer Irrtum war. Am liebsten möchte er sie sich verbitten, die Bewunderung, die dem Chansonnier und gar dem „Kabarettisten“ gilt. Als er „Taubenvergiften im Park“ geschrieben habe, ahnte er nämlich nicht, „dass mich faule Journalisten nochjahrzehntelang damit belästigen würden, sonst hätte ich es mir anders überlegt“.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2009)

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