Viele, viele schöne Jahre

Tod durch Enthauptung wegen Vorbereitung zum Hochverrat, lautete das Urteil, das 1942 in Wien über Hans und Hedi Schneider gesprochen wurde. Deren „ganz einfache Ge- schichte“ zeichnet Wolfgang Fritz nach.

Wolfgang Fritz ist ein vielseitiger und in seiner Vielseitigkeit erstaunlich beständiger Schriftsteller. Es gibt nur wenige Autoren, die an ihren erfundenen oder realen Helden so wenig herumpfuschen wie der Ministerialbeamte im Ruhestand, der seinen Beruf von der Pike auf, als Karteihelfer im Finanzamt Feldkirch, gelernt hat und offenbar nie Gefahr lief, sein frühes Interesse an Menschen, deren Lebenswegen etwas Unerfülltes und Unberechenbares anhaftet, im Getriebe des eigenen Fortkommens zu verlieren. Fritz besitzt Humor, ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und die seltene Tugend des Mitleids. Er recherchiert sorgfältig, und er versteht es, komplizierte Sachverhalte verständlich darzustellen. Deshalb könnte der Titel eines Romans aus dem Jahr 1983 auch über seinem bisherigen Gesamtwerk stehen: „Eine ganz einfache Geschichte“.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2009)

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