Kalt wie das Weltall

Terézia Moras Band „Die Liebe unter Aliens“ versammelt elf Erzählungen. Nüchtern, ohne Umschweife, treffsicher erzählt sie darin vom versehrten Leben und entwickelt Figuren, die an Ödön von Horváth erinnern.

Bis nach Berlin schallt der Ruf von der Marathonstadt Wien. Einmal im Jahr an dem Gemeinschaftslauf dort teilzunehmen, sich mit Gleichgestählten zu messen und die Luft der fremden Stadt in sich aufzusaugen ist einem 57-jährigen Frührentner an der Spree die ganzjährige Ertüchtigung wert. In seiner Umgebung wird der einstige Zugschaffner ob dieser sportlichen Vorliebe längst Marathonmann genannt. Als ihm beim Laufen in seinem Bezirk der Plastiksack mit Geld und Schlüssel weggerissen wird, beginnt er zu rennen. Damit hat der Dieb nicht gerechnet: dass da einer, der aussieht wie siebzig, losstürmt wie ein Junger.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2016)

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