„Die Sache in die Länge ziehen“

Mit ihrer detailreich recherchierten Publikation „Von Opfern, Tätern und jenen dazwischen“ legt die Politologin Barbara Serloth eine ernüchternde Analyse der politischen und gesellschaftlichen Grundlagen der Zweiten Republik vor.

Die Wir-Gemeinschaft der „echten“ Österreicherinnen und Österreicher – das war auch nach 1945 jene katholische Mehrheit der „Durchschnittsbürger“, die das NS-Regime aktiv oder passiv mitgetragen hatten. Inländer mit jüdischen Wurzeln waren und sind bis heute oft nicht mitgemeint. Das spiegelt sich auch in Politik und Legislatur der Zweiten Republik wider. Von der Verfassung her sind alle Menschen in Österreich vor dem Gesetz gleich; manche sind in der Praxis aber eben doch gleicher.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2017)

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