Ein neuer Kalter Krieg? In Ost und West nichts Neues

Anlässlich des Ukrainekonflikts wuchs die Angst vor einem neuen Kalten Krieg zwischen Russland und dem Westen. Eine abermalige Aufteilung in Blöcke käme aber einer Karikatur des alten Kalten Krieges gleich, stellt Heinz Gärtner in seiner Analyse fest – was Russland vielleicht sogar recht wäre.

Der Kalte Krieg war kein Krieg, auf den wissenschaftliche Kriegsdefinitionen zutreffen würden, er war eine journalistische und politische Kreation“, schreibt Heinz Gärtner. Inhaltlich war diese Kreation, die das Verhältnis zwischen „Ostblock“und Westmächten von 1947 bis zur Auflösung des Warschauer Pakts und dem Ende der Sowjetunion 1989 beschreibt, von enormer Brisanz. Denn ein Charakteristikum des Kalten Krieges war die wechselseitige nukleare Abschreckung der beiden Machtblöcke. Das „Gleichgewicht des Schreckens“ sollte verhindern, dass aus dem Kalten ein „Heißer Krieg“ wird. Auf dem Höhepunkt des atomaren Wettrüstens besaßen die USA und dieSowjetunion zusammen rund 70.000 Atomsprengköpfe und waren damit in der Lage, einander – und die gesamte Welt – mehrfach zu vernichten. Dieser Status wurde unter dem Kürzel MAD (englisch, verrückt) zusammengefasst: MAD stand aber für Mutual Assured Destruction, also gegenseitige vollständige Vernichtung.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2017)

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