Kreuz und quer an der Mur

„Mein Graz“: Karl Wimmlers scharfer Blick auf Lokal- und Weltgeschichte.

Der anspruchsvolle und doch bescheiden klingende Titel erinnert an eines der schönsten – und am wenigsten bekannten – Bücher des Schriftstellers Wolfgang Hermann. Es heißt „Mein Dornbirn“, nach der Stadt, in der Hermann seine Jugend verbracht hat, und ist im Miteinander von Erkundung und Empfindung, Erzählung und Appell kaum einer Gattung zuzuordnen. Auch Karl Wimmlers Textcollage über „Mein Graz“ sprengt alle Genres. Ihm könnte der gleiche Befund zugrunde liegen, zu dem Hermann in Erinnerung an seine in Dornbirn verbrachten Jahre gekommen war: „Verlust des Zusammenhalts, Gesichtslosigkeit, Orientierungslosigkeit.“ Mehr Ähnlichkeiten gibt es nicht – zu unterschiedlich sind die beiden in der Wahl ihrer literarischen Mittel, in ihrem Temperament, ihren politischen Auffassungen. Zu verschieden sind auch die Ortschaften, denen ihre Zuwendung gilt, ist das Lebensgefühl derer, die sie bevölkern.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2017)

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